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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
70
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70auf dem Fuße; trotz des mehrstündigen Vorsprunges war derselbe baldeingeholt und bei Dorste begann das Scharmütziren, doch hielt dieDänische Nachhut den Paß an der Ruhne hartnäckig fest. Den 25.August erreichte der König in fortgesetztem Rückzuge Seesen, hart ver-folgt von der Kaiserlichen Reiterei unter Oberst Dufour, welche jedochan dem Defilé bei der Stauffenburg durch den tapferen Widerstandder dort zurückgebliebenen Dänischen Abtheilung große Verluste erlitt.Den 26. August gelangte der König nach Lutter am Barenberge, undhier wurde am 27. August die Schlacht geschlagen, welche auch fürLohausen einen so unglücklichen Verlauf haben sollte.Nur wider seinen Willen und von der Nothwendigkeit gedrängtmußte König Christian IV. die Schlacht annehmen, da die voraus-gesendete Bagage den auf der Rückzugslinie gelegenen Paß bei Wal-moden verstopft hatte und die Truppen von den Märschen der letztenTage zu ermüdet waren, um auf einem Umwege das Defilé zu um-gehen. Die Sicherung des ferneren Rückzuges hatte der König demtapfersten Führer seines Heeres, dem bewährten General Fuchs, anver-traut, der noch am 26. Abends bei dem Dorfe Nauen Stellung nahm,hinter einem Bache, den linken Flügel an das Vorwerk Rahden ange-lehnt und durch eine aufgeworfene Schanze gedeckt, die Geschütze vordem Centrum vorgezogen, dahinter die Reiterei. Das Gros hatteseinen Marsch fortgesetzt und stand etwa eine Stunde weiter zurück.Am Morgen des 27. recognoscirte Tilly die Stellung des Feindesund ließ 11 Geschütze den Dänischen gegenüber auffahren, welche gegen10 Uhr ein lebhaftes Feuer eröffneten. Dann ließ er den GeneralGronsfeld mit 4 Regimentern zum Angriff vorgehen. General Fuchsging ihnen sogleich mit seiner Reiterei entgegen und warf sie zurück;er hatte aber dadurch das Feuer seiner Geschütze zum Schweigen genö-thigt und konnte nicht den erneuten Angriffen Stand halten.Sobald der König den Beginn des Gefechts bei seiner Nachhutvernahm, ordnete er auch das Gros in Schlachtordnung, aber zu weitentfernt, um wirksam in den Kampf eingreifen zu können. Nur dreiRegimenter gingen vor, um den Angriff der Fuchsschen Reiterei zuunterstützen und die feindliche Batterie fortzunehmen; sie warfen auchein feindliches Regiment über den Haufen, konnten sich jedoch derBatterie nicht bemächtigen, weil diese durch einen Verhau gedeckt war.Es war ein Moment, wo Tilly selbst den Sieg für zweifelhaft erklärte.Da erschienen unvermuthet die drei Wallensteinschen Reiter=Regimenterunter Dufour im Rücken der Fuchsschen Reiterei. Sogleich warf sichder tapfere General ihnen entgegen, fiel jedoch von mehreren Kugeln