60burg, als auch des Königs von Dänemark behauptete, kann man darausentnehmen, daß diese Stellung in dem ferneren Verlauf des Kriegesunangetastet blieb.Allein nicht nur in dieser kriegerischen Thätigkeit hat Lohausendem Grafen von Oldenburg seine Dienste gewidmet; auch auf demdiplomatischen Schauplatze ist er verwendet worden und hat den anihn gemachten Anforderungen entsprochen.Mansfeld sah ein, daß seine Stellung in Ostfriesland auf dieDauer immer unhaltbarer wurde; er ließ sich daher auf Unterhand-lungen ein und suchte nach den Mitteln, um seine Söldner bezahlenund dann abdanken zu können. Die Grafen von Oldenburg und Ost-friesland erklärten sich zu großen Opfern bereit, um die dazu nöthigenSummen aufzubringen; aber die Sache zog sich immer mehr hin, daMansfeld sich zu keiner bestimmten Entscheidung verstehen wollte, immernoch der Hoffnung lebend, es werde seinem alten Waffengefährten, demHerzog Christian von Braunschweig, gelingen, sich mit ihm zu ver-einigen und ihn gewissermaßen zu befreien. Als aber Tilly den Braun-schweiger am 6. August 1623 bei Stadtlohn in Westfalen aufs Hauptgeschlagen hatte und nun Anstalt machte, Mansfeld zu Leibe zu gehen,konnte dieser den gemachten Anerbietungen nicht mehr ausweichen undmußte sich endlich zum Abzug entschließen. Den Bemühungen desGrafen Anton Günther gelang es auch, Tilly für jetzt vom weiterenVorrücken abzuhalten.Nun aber war die nächste Sorge, das erschöpfte Land wieder zukräftigen; und dazu war es vor allen Dingen nöthig, den gesperrtenSeeweg wieder zu eröffnen. Die Holländer hatten nämlich auf derWeser und auf der Jahde einige Kriegsschiffe stationirt, welche demGeneral Tilly im Falle seines weiteren Vorrückens die Zufuhr von deree her abschneiden sollten. Das Land erlitt durch diese Sperrungder See den größten Schaden. Graf Anton Günther beschloß deshalbeine Gesandschaft an die Generalstaaten nach dem Haag zu senden, umdie Abfuhr der Kriegsschiffe zu vermitteln und gewiß auch um denAbzug des Mansfelders zu beschleunigen. Lohausen wurde dazu aus-ersehen, mit dem Dr. Simon Malsius und Gerhard Maasen nachHolland zu gehen, um dort die nöthigen Anträge zu machen 15), under war gewiß dazu die geeignete Person, da er mit den Verhältnissenim Haag genau bekannt war und dort viele Verbindungen hatte. Wahr-scheinlich verdankt er dieser diplomatischen Mission den Geheimraths-Titel. Ueber den Erfolg dieser Mission und der von den Abgesandtenam 6. October 1623 vorgelegten Anträge ist zwar nichts berichtet, doch
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