52fürstliche Leib=Guardy-Compagnie.“ Es ist dieselbe Truppe, vonwelcher unter dem 16. October 1620 der Capitän Konrad von Burgs-dorf an den Kurfürsten Georg Wilhelm nach Lötzen berichtet: „Nunbefindet sich, daß in der Leibguardy, die Ew. Churfürstl. Durchl. HerrVater höchst seligen Andenkens gehabt, mit den Officieren noch 79 Mannvorhanden.“ Im Spätherbst 1618 wurde Lohausen vom Kurfürstennach Königsberg geschickt. Seine Mission konnte nur eine rein militäri-sche sein, mit welcher auch der Zweck verbunden war, dort ebenfallseine Garde zu errichten. Das Werbegeschäft begann bei dem Wider-spruch der Preußischen Stände nicht sogleich, und erst 1619 findet sichdie darauf bezügliche Ausgabe in den Etats nachgewiesen; im Sommer1619 bestand sie aus 50 Mann?).Wenn es nun hiernach aktenmäßig feststeht, daß Lohausen derStifter und Gründer dieser beiden Compagnieen war, wenn wir fernererwägen, daß diese beiden Compagnieen 1621 vereinigt wurden unddaraus ein Regiment entstand, dessen Continuität sich trotz vielfacherUmbildungen — 1623 bis 1713 als Leibregiment zu Fuß und Füsilier-und Grenadier=Garde, dann 1713 als Regiment Graf Wartensleben,1723 von Glasenapp, 1742 Graf von Haake, 1756 Hans Karl vonWinterfeldt, 1758 von Lattorf, 1760 von Zeuner, 1768 von Koschem-bahr, 1776 von Bandemer, 1778 von Kalkreuth und von Bornstedtbis zum Jahre 1806 verfolgen läßt, wo dasselbe als erstes Infanterie-Regiment von Kunheim in der großen Katastrophe von Jena untergieng,so dürfen wir wohl mit vollem Recht unsern Bergischen Kriegs= undLandsmann, Wilhelm von Calckum genannt Lohausen, den Stamm-vätern der Preußischen Infanterie beizählen 5):Bei dieser Gelegenheit stoßen wir auch wieder auf den uns schonvon Jülich her bekannten Obersten Hildebrand von Kracht. Sein dortverwendetes Regiment war wieder aufgelöst worden. Er erhieltangeblich 1619 — den Auftrag, aus den Compagnieen der CüstrinerBesatzung ebenfalls ein Regiment zu errichten, welches später die nächsteStelle nach den von Lohausens Formation herstammenden Compagnieenerhielt und aus diesen sich ergänzte, so wie umgekehrt diese aus jenem,so daß beide als wahre Zwillingsbrüder anzusehen sind. Die Conti-Noch mehr dürfte uns dieses Verhältniß interessiren, wenn es nachzuweisenwäre, daß Lohausen 1615 diese Compagnie in den Gulichschen Landengeworben habe, wie dies der Pastor an der Marienkirche zu Rostock in derbei Lohausens Tode gehaltenen Leichenrede: Miles christianus etc., Rostock1640. anführt.
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