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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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32der mit seiner Familie aus dem immer mehr bedrängten Jülich ausge-zogen war, festhielten, trotz der Pässe und des freien Geleits, welchesihm der Oberst Kracht in Hambach, der Graf Solms in Düren undder Rittmeister Schweichel in Bergheim ausgestellt hatten. Er wurdeauf die Reclamation des Erzherzogs sofort wieder freigelassen und durfteseine Reise fortsetzen. Auch die Gefangennahme eines Bürgers ausGrevenbroich durch die Erzherzoglichen, und dessen Einkerkerung inJülich, gab Veranlassung zu Beschwerden der Fürsten 23).In der Grafschaft Mark und im Ravensbergischen nahm der Grafvon Rietberg eine immer bedrohlicher werdende Stellung ein, indem erBielefeld und den Sparenberg anzugreifen sich anschickte. Auch derGraf Simon zur Lippe, dem von Alters her Rechte in Lippstadt zu-standen, benutzte die momentanen Verwickelungen, um sich in Besitz desganzen Gebietes zu setzen, dessen Hälfte ihm rechtlich gehörte. DieFürsten entsendeten deshalb 2000 Musketiere und 200 Reiter dorthin,um mit Hilfe der aufgebotenen Schützen der drohenden Gefahr zu be-gegnen. Es gelang diesen auch, Bielefeld und den Sparenberg zuentsetzen, ein weiterer Angriff auf den Grafen von Rietberg blieb jedochohne Erfolg, da dieser sich in das feste Schloß Rietberg zurückzog unddie ganzen umliegenden Sumpf= und Moor=Strecken unter Wasser setzenließ. Wegen der Besetzung von Lippstadt erließen die Fürsten einenfeierlichen Protest.Nachdem nun die Fürsten unter dem 27. Januar 1610 abermalsein Ausschreiben an die Stände sämmtlicher streitiger Erblande erlassenhatten, worin sie dieselben ermahnten, treu zu ihnen zu stehen, undihnen Schutz und Schirm versprachen gegen alle Ungelegenheiten, welchedaraus entspringen könnten, erschien ein neues Kaiserliches Mandat vom6. Februar 1610 an alle Kurfürsten, Fürsten, Geistliche und Welt-liche, Prälaten, Grafen 2c., überhaupt an alle Unterthanen und Ge-treuen des Reiches, worin alle von den Fürsten ausgegangenen Ver-dächtigungen in Bezug auf die beabsichtigte Besitznahme der Jülich-Clevischen Erblande energisch zurückgewiesen wurden. Die inzwischenin Köln angeknüpften Vermittelungs=Verhandlungen wurden immer nochfortgesetzt, ungeachtet des geringen Erfolges, den man sich davon ver-sprechen konnte.Der Erzherzog Leopold suchte nun seine Verbindungen mit Brabantmehr zu sichern. Zu dem Ende ließ er Anfangs Februar 1610 dasbei Aachen gelegene Haus Kalkhofen mit Reitern und Knechten besetzenund verschanzen. Vielleicht wollte er auch dadurch der Stadt Aachenimponiren, welche im September 1609 einen Convoi mit Munition