23Leopold bei den Fürsten in Düsseldorf an, was die vielen Rüstungenzu bedeuten hätten, da doch kein Krieg im Lande sei, und ob sie ihrfür Freund oder für Feind ansähen? Die Fürsten antworteten unter dem5. August: „sie hätten nur wenige Werbungen gemacht, um die Amt-häuser und Pässe zu sichern; erst die unvermuthete und ohne vorherigeAnzeige erfolgte Ankunft des Erzherzogs in Jülich, so wie die Besitz-nahme dieser Festung, hätten sie genöthigt, zu größern Maßregeln zuschreiten“ u. s. w. 14). Auch die in Düsseldorf anwesenden Gesandtenvon Kur=Pfalz, Würtemberg, Baden und Hessen legten sich ins Mittelund begaben sich nach Jülich zum Erzherzog, um gegen dessen gewalt-sames Vorgehen Einsprache zu thun*). Eben so hatten die Fürstenden Grafen von Solms persönlich nach Jülich geschickt, um mit demErzherzoge zu verhandeln. Aber alle diese Besprechungen blieben ohneErfolg und mußten es auch bleiben, da auf der einen Seite die Räu-mung der Festung Jülich durch die Erzherzoglichen, auf der anderendie unbedingte Unterwerfung der Fürsten unter die Kaiserlichen Befehle,als conditio sine qua non aufgestellt wurde.Bei welcher Partei wir unseren Wilhelm von Lohausen zu suchenhaben, kann kaum zweifelhaft sein. Es handelte sich hier um die Rechteseiner Heimath und seine religiöse Ueberzeugung. Außerdem mußten ihmdie nahen Beziehungen zu den Pfälzischen Fürsten seine Stellung anweisen.Wir haben gesehen, wie er mit einer Mission an die Fürstliche WittweAntoinette von Lothringen, betraut wurde. Dies muß also zwischendem April und 20. Juli 1609 gewesen sein, wo die Fürstin mit ihremBruder, dem Grafen von Vaudemont, aus Düsseldorf abzog, nachdemwenigstens in dem einen Punkte: „Abfindung der Fürstlichen Wittweeine Einigung mit den Ständen erfolgt war. Wahrscheinlich istLohausen bei dieser Gelegenheit im Lande zurückgeblieben und hat sichder Sache der Fürsten angeschlossen, welcher sein älterer Bruder Ludolfschon so große Dienste geleistet. Nach den vorhandenen Aufzeichnungentrat er in dem vom Obersten Hildebrand von Kracht angeworbenenRegimente als Fähnrich ein. Möglicherweise war er mit Krachtschon während seines Aufenthaltes in Ungarn bekannt geworden. NichtAus den im Provinzial=Archiv vorhandenen Concepten zu fast allen Schreibenwelche von den Fürsten erlassen wurden, geht hervor, daß die resp. Gesandtender Deutschen Fürsten, und oft auch der Gesandte Frankreichs und der derNiederlande, zu dem Inhalt der quaest. Schreiben ihre Zustimmung gegebenhaben und vor dem Abgang derselben gehört worden sind.
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