17jedem Schritte abzumahnen, der etwa zu Gunsten der Possedirendenund zur Beeinträchtigung der anderen interessirten Prätendenten undnamentlich der Kaiserlichen Autorität unternommen werden möge*).Am 3. Juli 1609 trat der Jülich=Bergische Landtag zu Düsseldorfzusammen. Es wurde den Ständen eine Proposition vorgelegt, derenwesentlicher Inhalt darin bestand, daß beide Fürsten bis zur Vergleichungin Güte die Lande verwalten und regieren wollten, unbeschadet derInteressen der anderen Prätendenten und der Kaiserlichen Lehns-Gerechtigkeit; daß sie ferner das Begräbniß des verstorbenen Fürstendessen Leiche als Symbol noch fortgesetzten Besitzes nicht begraben war,befördern, die Fürstliche Wittwe abfinden, die Stände bei christlicherReligion und Freiheit handhaben und Rechts= und politische Ordnungverfassen wollten. Dahingegen sollten die Stände beiden Fürsten, imNamen ihrer Principale, Handschlag thun und huldigen, welche Hul-digung dem später als bestberechtigten Erben anerkannten Fürsten zuGute kommen solle, und endlich sollten die Stände mit den Fürstenzusammen die Mittel ausfindig machen und bewilligen, um wegen derausländischen Prätensionen und „dieser Zeit gefährlichen Läufften“ sichin bequeme Defension zu setzen.Die Stände nahmen die Proposition entgegen und beriethen sichdarauf, nach altem Brauche, erst getrennt nach den verschiedenen Landes-theilen, um dann später gemeinsam die Vorschläge zu erwidern. Andemselben Tage war aber auch der Graf von Hohenzollern zu Düssel-dorf angekommen und, nach dreistündigem Harren vor den Thoren, indie Stadt eingelassen worden. Der Einritt in das Schloß wurde ihmjedoch versagt, und er mußte sein Absteige=Quartier im Kreuzbrüder-Kloster nehmen. Ebensowenig wollten die Fürsten ihn empfangen, dasein Creditiv nur auf die Stände lautete. Der Graf forderte sogleichDeputationen der Stände zu sich und wiederholte hier die Abmahnungen,) Im Besitz des Bergischen Geschichts=Vereins befindet sich ein Actenstück:„Prothokoll der vornembster Handlungen, so werent des Gulch= und Berg-schen Landttag sedert afflivicheit des Durchl. Hochgepornen Fursten, HJohan Wilhelm 2c. in Düsseldorf, Dinstlaken, in's Hage und Dortmund 2c.proponirt, beantwortet, beschlossen und erreicht worden“. Diese Aufzeich-nungen, gemacht durch Franz von Eynatten, Herrn zur Neuerburg, Mitgliedder Jülichschen Ritterschaft, gewähren einen tiefen Einblick in das innereGetriebe der damals stattfindenden Verhandlungen der Stände, bei denender Schreiber mit häufigen Commissionen und Deputationen betraut war.Besonderes Interesse gibt dieses Actenstück noch dadurch, daß fast sämmt-liche Parteischriften, Mandate, Proclamationen 2c. beigeheftet sind.
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