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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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15der Stadt zu schleichen; er eilte nach Jülich, verschloß die Thore derFestung und erklärte, daß er sie im Namen des Kaisers festhalten wolle?).Bald nachher nach dem später zu erwähnenden Landtage zu Duis-burg und zu Düsseldorf zogen nun die Fürsten nach Cleve, wo sievon der Ritterschaft im Felde empfangen und vom Rath und der Bürger-schaft, in fünf Fähnlein formirt, in die Stadt eingeholt wurden.Gleicher Empfang wurde ihnen in Emmerich, wo die Bürgerschaft siebenFähnlein Bewaffnete bildete; in Rees, welches fünf Fähnlein aufstellte:in Wesel, wo die Bürgerschaft in neun Fähnlein und in Duisburgwo fünf Fähnlein ihnen entgegenzogen.Folgends die BergischenStädte gesambt sich zu Uns gefunden und ihre Erklärunggethan, daß sie Leib, Leben, Hab und Guth bei Uns uff-setzen wollten.Die Bergische Ritterschaft uff Unßerseithen per majora sich erklärt5), berichtet Markgraf Ernstunter dem 19. und 25. Juli 1609 seinem Bruder, dem Kurfürsten vonBrandenburg. Die nächsten Schritte beider Fürsten und der ihnenergebenen Räthe gingen nun dahin, durch ausführliche Schreiben diebefreundeten auswärtigen Mächte, wie England, Frankreich, Dänemarkund namentlich die Generalstaaten von dem zu Dortmund geschlossenenVergleich zu benachrichtigen. Ebenso verfehlten sie nicht, den Theil-nehmern der Union das Geschehene mitzutheilen und sich deren Zustim-mung zu erbitten. Von allen Seiten wurden ihnen die freundlichstenErwiderungsschreiben zugesendet, in welchen nicht allein die Billigungdes Vergleichs ausgesprochen, sondern auch Unterstützung in Aussichtgestellt wurde, im Falle von irgend einer Seite versucht werden sollte,sie im Besitz der ererbten Länder zu stören. Gesandschaften, diplo-matische Schreiben und Unterhandlungen, sowohl der befreundetenMächte untereinander, als auch zwischen diesen und dem ErzherzogAlbert in Brüssel, füllten diese Zeit aus, wobei jedoch die Vorberei-tungen zu einer kräftigen materiellen Vertheidigung für den Nothfallnicht außer Acht gelassen wurdenAuf der entgegengesetzten Seite ließ man die Zeit jedoch auch nichtunbenutzt verstreichen. Nicht allein kamen zu den schon anwesendenIm Provinzial=Archiv zu Düsseldorf befinden sich sehr viele Concepte zuden abgesendeten Schreiben, so wie die Antworten, theils im Original,theils in Abschrift. Das Schreiben an König Heinrich IV. von Frankreich,vom 27. Juli / 6. August 1609 enthält u. a. die Bitte um ein Darlehnvon 340,000 Kronen und um Bereithaltung von etlichen tausend Mannzu Fuß und zu Roß zu etwa nothwendig werdender Hilfe.