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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Während fünf der eingegangenen fechs Arbeiten fich an das in der Programm-fkizze enthaltene Syftem durchgehender Hallenbauten angefchloffen hatten, zeigtendie von Pr'öll & Scharowsky angefertigten Pläne das bereits befprochene Pavillon-fyftem. Der Entwurf wurde in architektonischer Beziehung von Kyllmann & Hey den,in conftructiver Richtung von Schar-owsky durchgearbeitet.

Das Gebäude (Fig. 592 544 ) bedeckt eine Grundfläche von 11500<l m . Den Einzelfyftemen ift einMafs von 19 m zu Grunde gelegt worden. An die 25 zu einem Quadrate vereinigten Pavillons fchliefsenfich in der Hauptaxe drei weitere Pavillons und zwei vieleckige Hallen an, welch letztere zwei gröfsere,zu Reftaurationszwecken beftimmte Höfe umfchliefsen. In den mittleren Syftemen find vier kleine Höfeeingebaut, welche zur Erlangung feitlichen Lichtes, fo wie für Wafferleitungszwecke dienen. Eine äufsere,maffive, 4 m hohe Umfaffungsmauer wird von Portal- und Fenfterbauten durchbrochen; darüber befindetfich eine 5 m hohe Fenfterwand. Jedes Syftem erhält überdies durch die 2 m hohen lothrechten Wändedes oberen Auffatzes hohes Seitenlicht. Die zahlreichen, fich zwifchen den an einander gereihten Dächernder einzelnen Pavillons ergebenden Rinnen bilden den ungünftigften Punkt diefes Syftems.

Die Eindeckung der Dächer gefchah mit Wellblech, die der Kuppel mit Glas. Die durchauscharakteriftifche architektonifche Ausbildung des Glaseifenbaues (fiehe Fig. 563, S. 475), überragt voneiner in ihrer Hauptform, wie in den Einzelheiten hoch eleganten Kuppel, dürfte in gleich wirkungsvollerWeife fonfl nicht erreicht worden fein 546 ).

Daffelbe Gebäude wurde für die Zwecke der Jubiläums-Ausftellung der bilden-den Künfte im Jahre 1886 von Wolff umgebaut.

Der innere, feither einheitliche Raum wurde durch Aufführung von Zwifchenwänden in einzelneSäle getheilt (Fig. 593 r,4ft ), während die äufseren Pavillons zu zufammenhängenden Galerien umgebildetwurden. Die Säle erhielten, nach Entfernung der mit Wellblech eingedeckten Zeltdächer, Dachlicht durchRohglasdeckungen auf thunlichft leichten Eifen-Conflructionen. Die eingebauten Zwifchenwände wurdenbis zu einer Höhe von 4,5 m aus ausgemauertem Eifen-Fachwerk gebildet, darüber bis zur Dach-Conftructionaus feft gefpanntem ftarken Leinenftoff. Die Galerien behielten ihre feitliche Beleuchtung und wurdenebenfalls durch 4,r> m hohe Wände in einzelne Cabinete getheilt. Der Fufsboden wurde durchweg alsCementeftrich ausgeführt, und die einzelnen Räume erhielten Gefälle nach je einem im Mittelpunkteangeordneten Einfallfchachte der Entwäfferungsanlage. In der Hauptaxe des Gebäudes fchlofs fich eine35 m lange und 25 m breite Sculpturenhalle an, um welche fich fechs kleinere Deckenlichtfäle für Ge-mälde anreihten.

Der Eingangs-Pavillon war durch Kay/er & v. Grofsheim zu einem überaus gelungenen Architektur-(lücke in den freieften und prächtigften Formen der wSpät-Renaiffance 547 ) ausgebaut. Der Raum warüber der Grundform des griechifchen Kreuzes in den kurzen Armen rundbogig überdeckt und im Mittel-theile mit einer im Zenith fich weit öffnenden Kuppel überfpannt, welche den Einblick in eine lichtvolleobere Kuppel gewährte, die ohne plaftifche Gliederungen nur mit malerifchem Schmucke verleben war.

Fig- 594-

Nationale

Ausftellung

zu Brüffel

1880 548 \

J. Dauerbau für ältere Kuuft. II. Dauerbau für neuere Kunft. III. Proviforifches Ausftellungsgebäude.

ü4,i ) Siebe auch: Deutfche Bauz. 1882, S. 221; 1883, S. 80. Centralbl. d. Bauverw. 1883, S. 57. Baugwks.-Ztg.1883, s - X21. Glaser's Ann. f. Gwbe. u. Bauw., Bd. 12, S. 193. Zeitfcbr. d. Ver. deutfcber Ing. 1883, S. 305.

547 ) Siehe: Centralbl. d. Bauverw. 1886, S. 297.

548 ) Nach: Deutfche Bauz. 1880, S. 493.