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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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480
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Fig. 567.

397-

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Expofition regionale zu Compiegne 516 ).

Arch.: Lafollye.

A. Eingangs-Pavillon. B. Kunftausftellung.

48O

Die lehr viel umfangreichere Inter-nationale Ausheilung für Gefund-heitspflege zu Brüffel 1876 war in fofern ähnlich angelegt, als auch hier die Ge-bäudetheile in der Längsrichtung von Alleenangeordnet waren. Schmale feit liehe Schiffehatten dort in zweckmäfsiger Weife zur An-lage für fich abgefchloffener Kojen geführt.

Befonderes Intereffe verdient das Ge-bäude der Weltausftellung im Hyde-Park zu London 1851, da hier zum edlenMale die Aufgabe geftellt war, über eine

Fläche von ganz aufsergewöhnlichen Abmeffungen in verhältnifsmäfsig fehr kurzerZeit ein gut beleuchtetes proviforifches Gebäude zu errichten.

Die Hauptbedingungen, welche dem zur Erlangung von Entwürfen ausgefchriebenen internationalenWettbewerb zu Grunde lagen, waren :

a) dafs der gröfstmögliche Flächenraun) mit verhältnifsmäfsig geringen Rotten überdeckt werde;

ß) dafs die Fläche des Gebäudes fo viel als möglich ein ungeteiltes (Ganzes bilde, da es fich nichtim Voraus beftimmen laffe, nach welchem Verhältniffe der Raum für die verfchiedenen Ausftellungszweckezur Vertheilung komme, und

Y) dafs die in den Bauplatz treffenden Bäume möglichft zu fchonen feien.

Da von den eingegangenen 245 Zeichnungen und Vorfchlägen keiner für die Ausführung geeignetfchien und auch ein hierauf von der Ausftellungs-Commifüon felbft ausgearbeiteter Entwurf eines maffivenBaues heftigen Widerfpruch fand, fchlug Paxton, der Erbauer der berühmten Treibhäufer in Chatsworthbei Birmingham, vor, nach Art jüngerer Gewächshäufer aus (das und Eifen einen grofsen Palaft (Fig. 568bis 570 517 ) herzuflellen. Ein 563,27 m langes, 36,60"» breites und 20,12 m hohes Mittelfchiff, welches ebenfo wie die Seitenfchiffe wagrecht mit Sägedächern bedeckt war, wurde in feiner Mitte von einem gleichbreiten und 124,3G m langen Querfchiffe durchfehnitten. In diefem Querfchifife befanden fich die im Pro-gramm erwähnten, zum Theile 25 m hohen Bäume, wegen deren über den mittleren 3 Axen eine die übrigenGebäudetheile überragende, tonnenförmige Bedachung gewählt war. An das Mittelfchiff fchloffen fichbeiderfeits je zwei Seitenfchiffe an, deren Hohen fich nach den Seiten gleichmäfsig um je 6,:o m verminderten(Fig. 569/'. Auf der Xordfeite hatte in ungefähr der halben Fänge des Gebäudes eine Verbreiterung desletzten Seitenfchiffes um zwei Axen ftattgefunden. Zwei offene Höfe mit grofsen Bäumen dienten zuReftaurationsz wecken.

Die Grundtheilung des ganzen Gebäudes befland aus einem Syfteme von Quadraten, deren Seiten7,32 '» (= 24' engl.) betrugen. Die Breiten waren für Mittelfchiff und Querfchiff 5 Quadrate und für die Seiten-fchiffe je 3 Quadrate. Die untere Grundfläche enthielt 1387 folcher Quadrate oder 71480 1, wovon,abzüglich der Grundfläche für die Verwaltungsräume, Fefezimmer, Werkttätten etc., als Ausflellungsraumzu ebener Erde 1248 Quadrate oder 64 322 q verblieben. Hiervon entfielen 249 Quadrate auf die freienMittelräume und 999 Quadrate auf die feitlichen Räume. Die Galerien, welche an den in Fig. 570 fchraffirtenStellen in einem Gefchoffe angeordnet waren, umfafften 377 Quadrate oder 19 430^ oberen Ausflellungs-raum. Drei Eingänge waren inmitten der füdlichen, örtlichen und weltlichen Front angeordnet, währendjede Front mehrere Ausgänge enthielt.

Die Conflruction des Gebäudes beftand im Wefentlichen aus gufseifernen, hohlen, zugleich zur Ab-führung des Dachwaffers dienenden Säulen, welche durch wagrechte fchmiedeeiferne Träger mit einanderverbunden waren. Diefe Träger trugen zugleich den Fufsboden der Galerien.

Während die Wände des unteren Stockwerkes eine Holzbekleidung hatten, waren die übrigen Seiten-wände und fämmtliche Dächer mit Glas verfehen. Zu diefer Verglafung, welche ca. 84 000l m betrug,wovon ca. 3600 q m zur Lüftung fich öffnen liefsen, hatte man gewöhnliches, nur 3 mm ftarkes Tafelglas ver-wandt, welches bei ftarken Hagel- und Regengüffen grofsen Befchädigungen ausgefetzt war und auch durchdie überall unmittelbar einfallenden Sonnenftrahlen vielfach fehr ungünftige Beleuchtungen der Ausftellungs-

&17 ) Nach: Allg. Bauz. 1850, Bl. 363, 364 und: Revue gtn. de Varch. 1855, PI. 24.