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Als befonders gelungen feien in Fig. 565 513 ) u. 566 514 ) die Anordnungen derSchlefifchen Gewerbe- und Induftrieausftellung zu Breslau 1881 , fo wie der Bayeri-fchen Landes-, Induftrie-, Gewerbe- und Kunftausftellung zu Nürnberg 1882 mit-getheilt.
Für die erflere fland ein in feiner Ausdehnung befchränktes und baumlofes Gelände zur Verfügung,welches durch die Anordnung der gröfseren Bauten hinter weiten, mit gärtnerifchen Anlagen gefchmücktenVorplätzen, durch die axiale Beziehung des Reftaurationsgebäudes zum Hauptgebäude und durch eine ent-fprechende Vertheilung der übrigen Baulichkeiten in gefchicktefter Weife ausgenutzt worden ift.
Wefentlich o-ünftiger noch war die Anordnung der Nürnberger Ausftellung (Fig. 566) auf einemdurch feine La«-e und feine landfchaftliche Schönheit reizvollen Grundftück. Das ca. 12 ha umfaffende fog.> Marsfeld« zeigte in feinem Haupttheile eine nahezu rechteckige Form, an der nördlichen Seite erweitertdurch zwei fehr unregelmäfsige Flächen. In fehr gefchickter Weife wurden diefe Theile für die beidenumfang-reichflen Bauten ausgenutzt, für das Hauptgebäude und die Mafchinenhalle. Auf diefe Weife bliebnicht nur der ren;elmäfsige Theil des Geländes für gärtnerifche Anlagen und die kleineren Bauwerkenahezu vollfländio- frei; es konnte auch dadurch, dafs vom Hauptgebäude nur eine Front gleichfam als Ab-fchlufs der ganzen Anlage zur Erfcheinung kam, diefe ohne einen übermäfsigen Gefammtkoftenaufwanddecorativ in reichfler Weife ausgebildet werden. Die Eingänge waren an der entgegengefetzten füdlichenSeite angeordnet; vom Ilaupteingange aus theilte ein Hauptweg die gefammte Anlage in zwei Theile.Während nun der weltliche Theil mit möglichft freien Anlagen verfehen worden war, um die Front desHauptgebäudes zur vollen Geltung kommen zu lauen, enthielt der örtliche Theil in angemeffener Ver-theilung die Gebäude für die Kunftausftellung, für gewerbliches und kunftgewerbliches Bildungswefen u. f. w.Sämmthche bedeutendere Ausftellungsbauten waren durch bedeckte Hallen unter einander verbunden.
Es erübrigt nur noch, auf die gefchickte Anordnung der Wege, die axiale Lage des Ausftellungs-gebäudes für gewerbliches Bildungswefen zum Hauptreftaurationsgebäude 515 ), auf die fchöne Anlage desPlatzes, fo wie auf die zweckmäfsige Vertheilung der Pavillons hinzuweifen, um zu zeigen, in wie überausgünftig'er Weife ein an fleh nicht geeignetes Gelände bei einer leichten Orientirung des Publicums in allenfeinen Theilen wirkungsvoll ausgenutzt wurde.
b) Entwickelung und Beifpiele.
Im Folgenden werden hauptfächlich nur die Hauptgebäude der AusheilungenBerückfichtigung finden. So weit es fich um zugehörige Pavillons handelt, fo wurdebereits in Theil IV, Halbband 4 (Abth. IV, Abfchn. 7, Kap. 4) diefes »Hand-buches, davon gefprochen. Trink-, Koft- und Imbifshallen, Kaffeehäufer und Re-flaurants wurden im gleichen Halbbande (Abth. IV, Abfchn. 1, Kap. 1 bis 3) ein-gehend behandelt. Sonftige etwa in Frage kommende Gebäude find in andereneinfehlägigen Halbbänden, bezw. Heften des IV. Theiles diefes »Handbuches«zu finden.
1) Einheitsbauten.
Eine der denkbar einfachften Anlagen zeigt das Gebäude der Expofition regio- ^_nale zu Compiegne 1877 (Fig. 567 51ti ). T"
Die Ausftellung umfaffte Erzeugniffe aus allen Gebieten der Product.on. Eme feitlich beleuchteteHalle von 13 m Breite nnd 8™ Höhe war in der Längsrichtung e.ner Allee errichtet; an der Stirnfeitebefand fich ein reicher ausgebildeter, mit einer Kuppel abgefchloffener Emgangs-Pavllon. Inmitten derLängshalle war feitlich ein befonderes Gebäude für Gemälde, Sculpturen und vervielfältigende Kunfte an-gefchloffen Mafchinen und landwirthfehaftliche Erzeugniffe hatte man in abgelegeneren Gebäuden unter-gebracht • auch waren die die Bauwerke umgebenden gärtnerifchen Anlagen mit zur Erholung und Beluftigungdienenden Bauten verfehen. Die ganze Anlage war nach einen, Entwurf Lafollye's in 3 Monaten aus-geführt worden.
BIS) Siehe: Zeitfchr. f. Baukde. 1883, S. 64.516) Nach: Encyclopidie d'arch. 1877» S« 79-