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Zur Winterszeit erfordern die mit einfacher Verglafung ausgeführten Pflanzen-häufer in unferen und in noch kälteren Klimaten eines Schutzes gegen Abkühlungund gegen Eindringen von Kälte, was durch geeignete Bedeckungseinrichtungengefchieht. Die wichtigften derfelben find folgende:
i) Doppel- oder Vorfenfter, welche den beabfichtigten Zweck allerdings inweit gehendem Mafse fördern; allein fie beeinträchtigen den Lichteinfall.
2) Hölzerne Läden, welche fich in einfacher Weife handhaben laffen und beidenen man von der Witterung faft ganz unabhängig ift.
3) Hölzerne Rahmen, welche mit Dachpappe oder mit Drillich befpannt find;fie find theuerer, wie die Läden, auch nicht fo wirkfam und haltbar, wie diefe.
4) Decken aus Stroh- oder aus Rohrgeflecht, die einen vorzüglichen Schutzgegen die Kälte gewähren; leider laffen fie fich bei etwas ftärkerer Froftwitterungnur fchwer oder gar nicht abnehmen. Den gleichen Mifsftand zeigen
5) Decken aus Leinwand, die auch weniger ausreichenden Schutz gewähren,als die unter 4 angeführten.
Wie bereits mehrfach angedeutet wurde, ift für die Pflanzenhäufer, insbefondere fürdie Warmhäufer, ein hoher Feuchtigkeitsgrad erforderlich. Um denfelben zu erzielen,find zum mindeften Vorkehrungen zu treffen, durch welche in leichter Weife das An-fpritzen der Pflanzen und des Fufsbodens bewerkftelligt werden kann. Allein wie reich-lich auch das Anfpritzen bei Tag beforgt worden fein mag, fo bemerkt man dennocham Morgen einen namhaften Grad von Trockenheit in der Luft des Pflanzenhaufes; diefeuchten Beftandtheile haben fich unter dem Einflufs der Nachtkühle an den Glasflächenniedergefchlagen und find den Pflanzen zeitweife entzogen. Unter diefem Wechfeldes Feuchtigkeitsgehaltes leiden aber viele Pflanzen, insbefondere diejenigen aus heifsenZonen. Man hat es in verfchiedener Weife verfucht, diefem Mifsftande abzuhelfen.
Auf S. 410 wurde fchon gezeigt, in welcher Weife der Dampf einer vor-handenen Dampfheizung für den fraglichen Zweck ausgenutzt werden kann. ImWarmhaus des botanifchen Gartens zu Glasgow find zur Erzeugung von WafferdunfLBehälter aus Schiefer aufgeftellt, durch welche die Rohre der Warmwafferheizunghindurchgehen. In den neuen Culturhäufern zu Kew find unter den mit Schiefer-platten abgedeckten Pflanzen-Aufftellgerüften in gröfseren Abftänden mit Waffer ge-füllte Behälter aus Stein angeordnet, durch welche die Heizrohre geführt find; hier-durch wird einerfeits das zum Begiefsen der Pflanzen erforderliche Waffer erwärmt,andererfeits der für die Pflege gewiffer Pflanzenarten nothwendige Wafferdunft erzeugt.
Ein Ueberblick über die Herftellungskoften von Pflanzenhäufern mag in der Auf-zählung folgender Ergebniffe geboten fein. Bei der Berechnung wurde nur der reineRauminhalt der Pflanzenhäufer zu Grunde gelegt, während in der Baufumme, aufser derinneren Einrichtung, Pflanzentifche, Wafferbecken, Heizung etc. auch die Koften der zu-nächftangehängten nöthigften Dienftbauten,Vorplätze, Gänge, Keffelhaus inbegriffen find.
Es koftete (1858) 1 cbm von der Pflanzenhausgruppe (ganz doppelt beglast) im botanifchen
Garten in Giefsen................. 43 )72 Mark
,, (1858) 1 des grofsen Palmenhaufes (ganz doppelt beglast) in Schöneberg-Berlin 33,44 »
» (1866) 1 der Pflanzenhausgruppe (ganz doppelt beglast) in Marburg 36,54 »
» (1875) 1 c l es grofsen Palmenhaufes in Bonn (die Hälfte doppelt beglast) . 35,88
i; , (1875) 1 der Pflanzenhausgruppe in Heidelberg (zwei Drittel doppelt beglast) 32,72 »
(1879) 1 der Pflanzenhausgruppe in Freiburg (die Hälfte doppelt beglast) . 35,00
f' 1881^) 1 der grofsen Häufer im botanifchen Garten zu Strafsburg i. E.
23,00 Mark, der kleineren 46,44 Mark; mittlerer Durchichnitt 34,72
364-
Schutz
gegen Kälte.
3<i5-Vermehrung
derFeuchtigkeit.
366.Koften.