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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Sollen folche Orangerie-Häufer auch bei Dunkelheit benutzt werden, fo ift für künft-liche Erhellung derfelben Sorge zu tragen. Am meiften empfiehlt fich elektrifcheBeleuchtung; Gaslicht fchadet den hier in Frage kommenden Pflanzen in hohem Grade.Will man es dennoch in Anwendung bringen, fo bringe man die Gasleitungennicht im Inneren, fondern aufsen an, fetze die Beleuchtungskörper zwifchen dieDoppelfenfter und fchaffe den Verbrennungsgafen fofortigen und gefonderten Abzug.In Fig. 533 u. 534 489 ) ift ein Orangerie-Haus dargeftellt, welches einen einzigenungetheilten Raum enthält, an den zwei apfidenartige Anbauten angefügt find.Fig- 535 u - 536 19 °) zeigen das Orangerie-Haus in Paulinenhof, welches aus einemin der Mitte gelegenen Vorraum und den zu beiden Seiten angeordneten Orangen-Räumen befteht.

Letzteres Bauwerk ift im Mittelbau 6,28 m lang und 10,04 m tief, in den beiden Flügeln je 9,42 mlang und 6,90 m tief; die lichte Höhe beträgt 4,7i m - Die Umfaffungswände find in Backfteinmauerwerkund die Decke als ganzer Windelboden ausgeführt; die Aufsenflächen find an der Wetterfeite in Cement,fonft in Kalk geputzt. Zur Erwärmung dient eine Wafferheizungs-Anlage. Da die Räumlichkeiten imSommer als Gartenfaal benutzt werden, fo ift der Fufsboden als Mofaik-Ziegelpflafler gehalten, und Wändeund Decke find durch Malerei und anderen Schmuck geziert.

354. Wenn es nach den vorhergehenden Ausführungen bereits feit langer Zeit nicht

Anlagen. ^ n Pflanzenhäufern gefehlt hat, in denen die Gewächfe tropifcher Zonen gezüchtetwerden; wenn diefelben als Luxusbauten fchon längft ein wefentlicher Theil vonWohnungen fürftlicher Herrfchaften und reicher Privatleute geworden find fo ent-behren folche Anlagen doch in doppeltem Sinne jener Vervollkommnung, welcherdie zoologifchen Gärten ihre Bedeutung und fteigende Beliebtheit bei der Allgemein-heit des Publicums verdanken. Als Luxusanlagen im Befitze Einzelner find folchePflanzenhäufer nur feiten und durchaus nicht zu jener freien Benutzung verfügbar,welche ihren Werth erft durch ein ungeftörtes und behagliches Geniefsen ihrerSchönheiten erhält; andererfeits war für Pflanzenhäufer in botanifchen Gärten etc.häufig nur der rein gärtnerifch-technifche Zweck in das Auge gefafft und der Ge-fichtspunkt, die Pflanzen auch in ihrer Erfcheinung zur angemeffenen Anfchauungzu bringen, vernachläffigt. Es geht hierdurch gerade die charakteriftifche Schönheitder Pflanzenwelt, zu deren Genufs weitere und freiere Standpunkte nothwendig find,für die Anfchauung verloren.

Das Palmenhaus im Jardin cTacclimaüfation zu Paris dürfte eine der allererflenAnlagen gewefen fein, in welcher das Hauptgewicht auf die Anordnung und dasHervorbringen eines Landfchaftsbildes gerichtet war. Hingegen gehört das SchafTenvon Anlagen, bei denen das Schwergewicht auf die allgemeine Benutzbarkeit gelegtwird, erft der zweiten Hälfte unferes Jahrhundertes an. Das Pflanzenhaus bleibtzwar auch in diefem Falle noch der Kern- und Ausgangspunkt für die ganze An-lage; die letztere erhält aber noch eine charakteriftifche Vervollftändigung durchdas Anfügen von Feft-, Concert- und Reftaurations-Räumen.

Die ältefte deutfche Anlage diefer Art dürfte das Pflanzenhaus der Gefellfchaft»Flora« in Cöln fein, in welchem Concerte abgehalten werden und eine Gaftwirth-fchaft eingerichtet ift.

Weiters ift der »Palmengarten« in Frankfurt a. M. zu erwähnen, der in ver-hältnifsmäfsig früher Zeit (1870) entftanden ift und feither mancher ähnlichen Aus-führung als Mufter gedient hat. Die Gefammtanlage wurde als Beifpiel eines öfifent-

*-» () ) Facf.-Repr. nach: Romberg's Zeitfchr. f. prakt. Bauk. 1868, Taf. 37.