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Pflanzen vor. Die malerifche Anordnung' macht fich darin geltend; gekrümmt au-fzeigende Wege, Hügel, Felfen, Bäche mit Wafferfallen, Wafferbecken etc. bildenaufser den Pflanzen den Schmuck des Haufes.
Man hat Wintergärten auch in der Weife ausgeführt, dafs man die ganze Con-ftruction im Sommer abnehmen kann; die Pflanzen leiden alsdann weniger unterdem fchädlichen Einflufs der Fenfter. In einem folchen Falle ift Holz der geeigneteBauftoff.
In den Orangerie-Häufern werden, wie fchon in der Einleitung zum vorliegenden 353.Kapitel angedeutet wurde, Bäume von Orangen, Citronen, Lorbeer, Granaten, m**™'Myrthen, Oleandern etc., welche in Schmuck- und Prunkgärten während des Sommersim Freien aufgeteilt find, zur Winterszeit gegen Kälte gefchützt.
Diefe Ueberwinterung der Orangenbäume etc. bietet keine Schwierigkeitenund erfordert wefentliche technifche Vorkehrungen nicht. Die Orangerie - Häuferfind daher meid fo angeordnet, dafs fie in erfter Reihe einem Garten oder Parkals architektonifcher Schmuck dienen, als erhöhter Schlufspunkt einer Anlage oderals begleitende Flügelbauten, welche eine Gebäudegruppe nach dem Garten hin ab-
fchliefsen.
Die benannten Pflanzenarten ruhen während des Winters in ihrem Wachsthumfaft ränzlich fo dafs fie eine nur geringe Temperatur (1 bis 4 Grad) und auch nichtzu viel Licht benöthigen. Um fie gut zu conferviren, find fie gegen die Einwirkungder Sonne zu fchützen, und um die immergrünen Blätter vor dem Verderben zubewahren, ift häufig und viel frifche Luft zuzuführen.
Aus den angegebenen Gründen follen Orangerie-Häufer niemals eine verglasteDecke erhalten; vielmehr werden meift nur an der Südfront derfelben lothrechtflehende Fenfter angeordnet. Die Decke felbft führe man dicht und in folcherWeife aus , dafs eine thunlichft geringe Abkühlung des Haufes nach oben erfolge.Es ift nicht ausgefchloffen, auch in den Giebelmauern Fenfter anzubringen; doch ver-fehe man diefe mit doppelter Verglafung, damit keine zu ftarke Abkühlung ftattfinde.
Damit fich über den Kronen der Bäume die feuchte Luft anfammeln kann,mache man den Innenraum um 1,5 bis 2,o m höher, als die Bäume hoch find. DieTiefe deffelben follte nicht über zwei Drittel feiner Höhe betragen, weil fonft derrückwärtige Theil des Haufes zu wenig erhellt wird.
In den meiden Fällen bildet der Querfchnitt eines Orangerie-Haufes ein Recht-eck. Bisweilen hat man denfelben in der Weife abgeändert, dafs man in halberHöhe der Hinterwand eine grofse Hohlkehle beginnen läfft, die fich etwa bis zurMitte der Decke erftreckt; hierdurch werden die Lichtftrahlen, welche durch dieFenfter auf die Hohlkehle einfallen, von letzterer reflectirt und fo der rückwärtigeTheil des Haufes beffer erhellt.
Die nach Süden gerichtete Vorderwand der Orangerie-Häufer erhält einen ge-mauerten Sockel von 50 bis 60 cm Höhe. Die darauf zu fetzenden Pfeiler, welchedie Fenfter von einander zu trennen haben, follen möglichft fchmal fein, damit ücden Lichteinfall thunlichft wenig hindern; hölzerne, beffer eiferne Pforten erfüllendiefe Bedingung am vollkommenften; doch werden auch gemauerte Fenfterfchäfteausgeführt, denen man indefs keine gröfsere Breite als 50 bis 60 cm geben follte.Allerdings ift man, den gewählten Architekturformen zu Liebe, auch fchon bis zu 1,25 » llund darüber gegangen. Bisweilen läfft man fteinerne Pfeiler mit eifernen, bezw.hölzernen Pforten abwechfeln.