Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

412

Fig. 476.

344-Reifpiele.

Vom warmen Culturhaus im botanifchenGarten zu Heidelberg.

Fig. 477-

Jeder Luftflügel bewegt fich an feinemoberen Ende um eine wagrechte Achfe und er-hält an beiden Seitenrahmen je ein abwärtsgerichtetes gezahntes Kreisfegmentftück, welchesdurch Arme verfleift ift. Am Binder hängt,durch ein Wellenlager gehalten, eine in derLängsrichtung des Haufes laufende Welle mitGetrieben; die letzteren greifen in das gezahnteSegmentflück ein und öffnen fo beim Drehender Welle den Luftflügel. Durch eine zwei-malige conifche Uebertragung ift das Drehender Welle mittels einer Kurbel in geeigneterHöhe ermöglicht. Die Wellenlänge beträgt10,s m , und es werden durch jede Welle 3 oder4 Flügel bewegt.

Eine vollkommenere Vorkeh-rung für doppelt beglaste Culturhäufer(Fig. 476) ift durch R. Riete?' inWinterthur conftruirt worden undfand in Zürich, Heidelberg und Frei-burg Verwendung.

Hier befindet fich die Welle im Schwer-punkt des doppelten Luftflügels und bildet dieDrehachfe deffelben. Die Wellenlänge beträgt15 )0 m ) und es werden durch eine einzige Hand-habung 5 Fenfter bewegt.

Zur theilweifen Erläuterung dervorftehenden Ausführungen werdenim Nachfolgenden einige Beifpielevon Culturhäufern hinzugefügt.

1) Der Blumencultur dient das in Fig. 478 462 ) dargeftellte Treibhaus.

Das unfymmetrifche Satteldach ift in Eifen conftruirt; der obere Theil des Glasdaches läfft fichheben; die dazu dienende Vorrichtung, bei der durch Umdrehen einer Kurbel eine Schraube und durchdiefe ein zwifchen die Schraubengänge greifender Zahnrad-Sector bewegt wird, ift aus der Abbildung zuerfehen. Ein Theil der Blumentöpfe fleht in Gerberlohe, ein anderer auf einer Stellage. Der Feuercanalzieht fich unter letzterer und in der Gerberlohe dahin ; die Feuergafe entweichen durch den Schornftein.

2) Ein in erfter Reihe gleichfalls für Blumencultur beftimmtes Treibhaus iftaus Fig. 479 463 ) erfichtlich.

Treibhäufer für gewiffe Blumenculturen verlangen, dafs, ähnlich wie bei den Miftbeeten, die Ver-glafung möglichft dicht über den Pflanzen liege; da ferner im vorliegenden Falle die Bewirthfchaftung voninnen aus gewünfcht wurde und für verfchiedene Temperaturen im Inneren des Haufes befondere Abthei-lungen hergeftellt werden follten, fo wurde die Anordnung getroffen, wie fie Fig. 479 in Grundrifs undQuerfchnitt zeigt. Die Gänge a verzweigen fich in naturgemäfser Weife und werden von den Beeten bbegrenzt; die Breite der letzteren ift fo gewählt, dafs ihre Bewirthfchaftung von den Gängen aus ohneSchwierigkeit möglich ift. An den äufseren Enden der Gänge find Wafferbehälter d aufgeftellt.

Der Neigungswinkel des Glasdaches ift fo gewählt, dafs ein genügender Ablauf des Regenwaffersftattfindet. Die Anordnung der Beete folgt diefer Neigung in folcher Weife, dafs das Glasdach möglichftdicht über denfelben liegt und doch ein ausreichender Kopfraum für das Gärtnerperfonal bleibt. Damitverfchiedene Temperaturen erzielt werden können, find verglaste Abtheilungswände c angebracht, welchedem Durchgang der Sonnenftrahlen, befonders zur Winterszeit, nur geringe Hinderniffe bereiten. Die Er-wärmung gefchieht durch Warmwafferrohre, welche im Hohlraum unter den Beeten geführt und an einegröfsere Heizungsanlage angefchloffen find 463 ).

40 ) Nach: Gugitz. Neue und neuefte Wiener Bauconftructionen. No. 5.*'^ 3 ) Nach: Deulfche Bauz. 1884, S. 73.

Lüftungsflügel in einem Culturhaus zu Karlsruhe.I/25 n. Gr.