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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Ein Vorzug diefes Syftemes ift das Beharrungsvermögen; die Wärmeausftrahlungift eine milde und der Pflanzenwuchs ift, auch in unmittelbarer Nähe der Heizrohre,vortrefflich; dagegen ift das Leitungsvermögen gering; es mufs daher in der kälterenZeit die Feuerung ohne Unterbrechung in Gang erhalten werden. Empfehlenswerthift die Anlage von Referverohren, welche bei gewöhnlichen Verhältniffen abgefperrtbleiben. Bei der Warmwafferheizung verwendet man ftatt der eifernen meiftenskupferne Rohre, weil die Wärme durch die dünnen Wandungen der letzteren reich-licher abgegeben wird. Wo die Koften der Anlage nicht gefcheut werden, empfiehlt(ich diefes Syftem, namentlich für kleine, ftark befetzte Häufer, in welchen Pflanzendicht bei den Rohren Platz finden.

Die Dampfheizung findet da am geeignetften Verwendung, wo man voneiner einheitlichen centralen Heizftelle aus eine weit verzweigte Anlage grofserPflanzenhäufer mit Wärme verfehen will, zuweilen vereinigt mit Wafferheizung. Wirfinden fie z. B. in den Warmhäufern der botanifchen Gärten zu Würzburg und Bonn,in den grofsen Palmenhäufern zu Herrenhaufen bei Hannover und in Berlin. Anden letztgenannten Orten dient diefclbe dazu, das Erdreich zu erwärmen. DiefeVorkehrung wird indeffen von vielen Botanikern verworfen. Wenn fo wird ge-fagt kleine Pflanzen in Treibkaften durch unmittelbare Erwärmung der Erde imWachsthum gefördert werden, fo verhält fich dies bei grofsen Palmenexemplarenanders. Ein Treiben gelingt auch hier; aber die naturgemäfse Entwickelung einesBaumes erfordere Ruhe in der Zeit der natürlichen Saft Lockung; durch das Treibenwährend diefer Periode werde der Keim zu einer abnormalen Entwickelung unddamit; zum frühzeitigen Verderb des Baumes gelegt.

In vortrefflicher W T eife kann der Dampf des Heizfyftems für Warmhäufer inder Weife verwerthet werden, dafs man ihn in das Haus eintreten läfft, bis er das-felbe vollftändig durchdringt. Der Dampf erfetzt hier in vollkommener Weife diewarmen Nebel der Tropen und macht das mühfame und weniger gedeihlich wirkendeBefpritzen der Pflanzen überflüffig.

In Kopenhagen hat man einen Strang der Dampfleitung am Fufs der Häuferzwifchen die beiden Glaswände gelegt. Bei Schneefall wird Dampf zugeläffen unddurch Erwärmung der Ifolirfchicht das Schmelzen des Schnees auf den Dächernbewirkt. In Hinficht auf diefe Vorkehrung hat man bei Aufteilung der ftatifchenBerechnung für Schneedruck nur 20^0 auf 1 ( i m Dachfläche angenommen.

In kleinen Häufern ift die Dampfheizung eben fo wenig und aus den gleichenGründen am Platz, wie die Hochdruck-Wafferheizung.

In wohl gelungener Weife hat man im botanifchen Garten der UniverfitätStrafsburg die Vorzüge der Warmwafferheizung und der Dampfheizung, milde Wärme-ftrahlung und grofses Leitungsvermögen, in einem Syftem vereinigt und nutzbar ge-macht. In den abgesonderten Häufergruppen ift eine Warmwafferheizung eingerichtet;die Erwärmung der einzelnen Wafferkeffel gefchieht aber nicht durch unmittelbareFeuerwirkung, fondern durch Dampf, welcher von einer Central-Feuerftelle hergeleitetwird, in Schlangenrohren innerhalb des Wafferkeffels fich verbreitet, feine Wärmedem Waffer abgiebt und fo den Rundlauf des erwärmten Waffers in den Rohranlagendes Haufes bewirkt.

Die Rohrftränge der Wafferheizung laufen gewöhnlich in zwei getrennten Re-giftern nach der Längsrichtung, den beiden Abfchlufswänden entlang. Ueber den Rohrenbefinden fich Pflanzentifche, Geftelle aus Kifen mit Thori- oder Schieferplatten ab-