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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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herzuftellen; das Pflanzenhaus ift demnach erlt in Folge der neueren gewerblichen Entwickelung entftanden.Das fachgemäfs conftruirte Pflanzenhaus gehört fogar erft der neueften Zeit, dem Jahrhundert der Eifen-Conftructionen an.

Um die Wende des XVI. zum XVII. Jahrhundert hatte man am franzöfifchen Königshofe Wein- undOrangenhäufer, wie dies das Titelblatt des Werkes von Vallet: » I.c jardin du roy tres chreflien Henry IV ,roy de Fi-ance et de A r avarre« (herausgegeben 1608) zeigt. Hier rinden heh plumpe Glashäufer mit ge-wölbten Glasdächern, in welchen fich Wein emporrankt. In Leyden wurde der botanifche Garten fchonum 1577 angelegt und dafelbft im Jahre 1599» unter Leitung des Profeflbrs UlZcluJfe aus Frankfurt a. M.,ein Glashaus für exotifche Pflanzen erbaut 450 ). Im XVII. Jahrhundert hallen die Orangenhäufer an keinemfürfllichcn Hofe mehr gefehlt.

Im Jahre 1611 baute Heinrich Schickhart zu Stuttgart nicht nur ein neues grofses Pomeranzenhaus,fondern auch ein kleines Feigenhaus »und für Fräulein Anna* ein zweites Feigenhaus. In Vo/kamcr*..Nürnberger Mesperiden« (1708) befindet fich neben vielen Allbildungen von Glashäufern ein Kapitel von bequemer Aufrichtung eines Pomeranzenhaufes« und »Continuatio-», ein Kapitel von den Glas- oderTreibhäufern.33 s - Je nachdem die Häufer Pflanzen warmer oder kälterer Zonen aufzunehmen

beftimmt find, unterfcheidet man Warmhäufer (Calidarien) und Kalthäufer (Tepi-darien). In den erfteren wird eine Temperatur von wenigftens 12 bis 18 Grad C.unterhalten; die letzteren dagegen muffen meiftens nur Gewähr bieten, dafs derNullpunkt des Thermometers nicht erreicht wird. Die Gärtner zählen eine ReiheUnterabtheilungen für die dazwifchen liegenden Wärmegrade und nennen diefe Gat-tungen im Allgemeinen temperirte Häufer.

Nach den Pflanzenarten unterfcheidet man Farn-, Cacteen-, Zwiebel-, Neuhol-länder- und Caphäufer, ferner Coniferen-, Eriken-, Palmen-, Orchideen-, Camelien-häufer u. f. w.339- Zeichnen fich die Culturhäufer im Allgemeinen durch Einfachheit aus, weil

im bei ihnen häufig in erfter Reihe das Erträgnifs der Anlage mitfpricht, fo erfahren

Allgemeinen. c ij c Confervationshäufer eine weiter gehende Durchbildung, befonders nach der Seiteder technifchen Einrichtungen hin. Beide Gattungen aber muffen der einen gemein-famen Grundbedingung genügen, Alles zu bieten, was zum Gedeihen des Pflanzen-wuchfes erforderlich ift: Luft, Licht und Wärme.

Dem entfprechend find eine günftige Stellung der Häufer und die Anwendungvon Glasflächen, welche von einem möglichft mageren Conftructionsgerippe getragenwerden, bei Eürforge für Luft- und Heizeinrichtungen, geboten. Diefe ftrengenAnforderungen des rein zwecklichen Bedürfniffes fchliefsen eine vorwiegend künft-lerifche Geftaltung der Pflanzenhäufer an fich aus. Weil erhebliche Vorfprünge,körperliche Stützen und Gefimfe als fehattenwerfende Bauglieder fich von felbftverbieten, grofse Glasflächen dagegen verlangt find, wird der entwerfende Architektdie künftlcnfche Ausftattung feiner Anlage in die umrahmenden, gewiffermafsenhinter dem Licht gelegenen Theile der Anbauten verlegen muffen. Immerhin ge-währt beim Gruppenbau die Abftufung in der Gröfse der Häufer, namentlich dieVerfchiedenheit in der Höhenausdehnung, einen Anlafs, durch gefchickte Anordnungeine allzu t/rofsc Einförmigkeit zu vermeiden.

34Abmeffu

a) Culturhäufer.Die Culturhäufer, auch Anzuchthäufer, Treibhäufer oder Vermehrungshäufer

icflungen,

Form genannt, haben nur mäfsige Querfchnittsabmeffungen, während ihre Längenausdehnungund Anlage, häufig beträchtlich ift; letztere geht bis zu 30 m und mehr. Wo fie vereinzelt und

4r ' 9 ) Siehe: Boucmt, C. D. &J, Uoueme, Kau und Einrichtung der Gewiichshäufei. Bonn 1886.