Beifpiel II.
389
der Hauptfront betreten kann, bilden die Mittelfale mit den äufseren Räumen eine einzige, durch Pfeilerin drei Schiffe getheilte Halle, die beiderfeits durch Fenfter erhellt ift. Der achteckige Raum im Mittelbauhat kein unmittelbares Licht und dient als Flurhalle. In der Vorhalle find Bildwerke aus Gyps aufgeteilt.Die Mittelfäle find zur Aufnahme der Säugethiere beftimmt; in den äufseren Räumen rechts ift die Vogelfammlung zur Schau gebracht; in denjenigen links haben an der Südfeite die Korallen und Skelette, ander Nordfeite die Conchylien und an der Oftfeite die Reptilien Platz gefunden. Die 4 Mittelfäle des Ober-gefchoffes find, wie bereits erwähnt, mit Deckenlicht ausgeftattet und bilden die Gemälde-Galerie. DerKuppelfaal enthält die hiftorifche Sammlung. Die äufseren Säle, mit Einfchlufs des Raumes über derunteren Vorhalle an der Hauptfront, nehmen die ethnographifche Sammlung und das Kupferftich-Cabinet,welchem noch 2 Säle am Nordflügel eingeräumt find, auf. Im rechten Flügel derfelben Seite und demanftofsenden Querbau befindet fich das chinefifche Cabinet.
Das Gebäude hat eine Länge von 74,0 m , eine Tiefe von 23,0 m in den Rücklagen der Flügel undvon 30,o m im Mittelbau. Das Attika-Gefims der Facade liegt 18,5 m und das Gefims unter dem Kuppeldach25,o m über dem äufseren Boden. Das Erdgefchofs ift 4,0 m und das I. Obergefchofs 5,5 m hoch (von undzu Oberkante Fufsboden gemeffen). Im IL Obergefchofs beträgt die Höhe vom Fufsboden bis zum Deckenlicht im achteckigen Kuppelfaal 12,5 >» und in den übrigen Gemäldefälen 9,o ™.
Die Koflen des Baues und deffen Einrichtung beanfpruchten ungef. 1234000 Mark (vergl. die Ta-belle auf S. 199, unter 3).
Zu den eröfseren Gebäudeanlagen für Mufeum und Bibliothek gehören die im 327
0 Gröfsere
Nachfolgenden befchriebenen Bauwerke. Gebäudean-
Das Gebäude der Vereinigten Grofsherzoglichen Sammlungen zu Karlsruhe J* ge "-(Fig. 454 u. 455) wurde zur Aufnahme der Hofbibliothek,-des Münz- und Naturalien-Cabinets, der Alterthümer-, der ethnographifchen und der kleineren Sammlungen aufdem vorderen Theile des füdlichen Erbprinzengartens nach dem Entwurf und unterder Leitung Berckmüllers i86$--7 2 erbaut 447 ).
Das Gebäude ift in der Grundform eines lateinifchen LU von 90,9 m Vorder- und 76,4 m Nebenfeitegeftaltet. Zwifchen den Enden der Seitenflügel ift ein halbkreisförmiger Anbau geplant, deffen Ausführungjedoch fpäterer Zeit vorbehalten bleibt.
Die Schwierigkeit der Aufgabe lag in der Bedingung, in demfelben Gebäude die Bibliothek unddie verfchiedenen Sammlungen zu vereinigen. Denn während die Räumlichkeiten der Bücherei, welchemeid nur den Bedienfteten zugänglich lind, dem Zweck und der Raumerfparnifs halber mit engen Fenfter-axen angeordnet werden konnten, erforderten die anderen Sammlungen, welche dem Befuch des Publicumsgeöffnet find, mehr Platz zwifchen den .sgeftellten Gegenftänden und entfprechend weitere Fenfteraxen.Dies gab zu der Anordnung Vera.. '" ,, das Hauptgebäude fcheinbar mit zwei Obergefchoffen zu ver-fehen, die indefs zu einem für die Bih-othek beftimmten Räume vereinigt find, im Uebngen aber die nurzwei Stockwerke hohen Seitenflügel mit weiteren Fenfteraxen anzulegen.
Die Aufsenfeiten des Hauptgebäudes, fo wie die beiden rückwärtigen Eckbauten find in Häufleinhergeftellt. Die Vorlagen des Mittelbaues und der Eckbauten der 17,85 - hohen Hauptfront find mit Säulen-und Statuenfchmuck, letzterer von Steinhäufer angefertigt, verfehen. Eine kuppelgekrönte Attika überragt
den Mittelbau.
Die innere Eintheilung ift die folgende. Beim Eintritt in der Mitte der Nordfeite gelangt man in eineFlurhalle, vor der aus (ich die Wege theilen: links g, g in die Räume der naturgefchichtlichen Sammlungen,für welche das ganze Erdgefchofs der Oftfeite, fo wie das Obergefchofs des örtlichen Flügels und füdöft-lichen Eckbaues vorgefehen find, rechts q, q in die Alterthümer- und ethnographifche Sammlung, gerade auszur Haupttreppe und der im Obergefchofs befindlichen Bibliothek mit den dazu gehörigen Räumen. DerHofbau enthält im unteren Stocke links ein Zimmer k für den Vorftand des Naturali« . Jabinets, ferner diePräparirzimmer / und über diefen in einem Zwifchengefchofs das Herbarium; auf der anderen Seite imunteren Gefchofs Packräume, einen Ausgang in den Hof u. f. w. und im Zwifchengefchofs die Wohnungdes Hausmeifters. Im Obergefchofs, das durch einen grofsen Flurfaal zugänglich ift, befinden fich in derMitte der Lefefaal, links die Zimmer für die Bibliothekare, Kataloge und die Bücherabgabe, rechts dieZimmer des Oberbibliothekars 418 ) und die Räume der Münzfammlung. Die Handfchriften-Sammlung nimmtdie Zimmer r, r des vorderen Hauptbaues ein.
447) Nach: Karlsruhe im Jahre 1870 etc. Karlsruhe. S. 81. — Die Abbildungen nach den von Herrn BaudirectorProfcffor Dr. Dnrm zur Verfügung geflellten Originalplänen.
*±8) Ueber die von der Bibliothek in Anfpruch genommenen Räume fiehe Art. 109 (S. 147).