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gefchoffes eingerichtet wurde. Das Obergefchofs muffte zu diefem Behuf ftatt der alten Balkendecke einefeuerfichere Decke erhalten, und (liefe wurde durch l /g Stein ftarke Gewölbe aus poröfen Steinen her-geftellt.
Vor Allein aber muffte zwei Hauptmängeln des alten Zeughaufes: der Einförmigkeit der magazin-artigen Innenräume und dem Fehlen einer äflhetifch bedeutfamen Treppenverbindung beider Gefchofle ab-geholfen werden.
Eine willkommene Veranlaffung zur Abwechfelung und Steigerung der Formbildung im Inneren gabdie Beftimmung des Programms, aufser dem Waffenmufeum eine der künfllerifchen Verherrlichung despreufsifchen Heeres und feiner Führer gewidmete Ruhmeshalle in dem Gebäude anzulegen. Kein Zweifel,dafs für letzteren Zweck der nördliche Flügel des Obergefchoffes geeignet war, da lieh in diefem, an einemengen Gäfschen verdeckten Flügel ein Raum von gröfserer Höhe fchaffen liefs, ohne dafs in Folge deshierdurch bedingten Aufbaues die hiftorifche Erfcheinung der Hauptfronten eine Veränderung erlitt. Inder Mitte diefes Nordflügels würde die Herrfcherhalle in Form eines mächtigen, 21,8 m im Geviert meflendenund 20,8 m hohen Kuppelraumes angeordnet. Zu beiden Seiten derfelben reihen (ich die zwei Feldherrn-hallen an. Diele fämmtlichen mit Gemälden und Bildwerken reich gefchmückten Räume der Ruhmeshallelind mit Deckenlicht erhellt.
Die Anlage der Treppe ergab lieh naturgemäfs aus der Notwendigkeit, lie fowohl /um Hauptraumedes Gebäudes, als zu dem an deffen Südfeite gelegenen Haupteingange in organifche Beziehung zu bringen.Die Verbindung konnte nur durch eine vom Hofe unmittelbar zur Mitte des Nordflügels führende Frei-treppe hergeitellt werden, und als Folge diefer Anordnung muffte der bisherige Hof zu einer centralenPrunkhalle umgewandelt und mit einer (Ilasdecke Überdacht werden (Fig. 443V Diele ifl in Form einerIlachen böhmifchen Kappe, 22,5 »1 im Scheitel hoch, geflaltet. Aidser der Haupttreppe, die in halbelliptifcherGrundform doppelläufig zur Ruhmeshalle emporfteigt 489 ), find in den von Jean de Bodt der Nordfeile i\c±Hofes angefügten Rundbauten zwei Nebentreppen eingerichtet worden, die Ins zum Dachgefchofs fortgefetzt,aber ftattlich genug lind, um als Hauptzugänge zum Waffenmufeum des Obergefchoffes zu dienen.
Weitere wefentliche Aenderungen find im Erdgefchofs getroffen. Aus den neun mittleren Gewölbe-jochen des Südflügels wurde eine ftatlliche Eingangshalle gebildet, die, feitlich durch hohe prächtige Eilengitter von den zufammenhängenden Gewölbehallen getrennt, gegen die Strafse und den Hof durch hölzerneWindfänge gefchützt ifl. Die Ofthälfte wird vom Artillerie-Mufeum, die Wefthälfte vom Ingenieur-Mufeumeingenommen. Der dreiaxigen füdlichen Eingangshalle entfpricht ein lediglich für die Verwaltung beftimmtereinaxiger Eingangsflur des Nordflügels, der aus den drei mittleren Gewölbejochen befiehl und durch mafliveWände begrenzt ifl. Zwei Thüren führen vom Flur zwifchen Beamtenzimmern zu den Räumen des Artillerie-und lngenieur-Mufeums. Aborte liegen unter den Läufen der Freitreppe.
Auch im Obergefchofs find die Gewölbehallen in einheitlichem Zufammenhang belaflen, und zumAbfchlufs der zwei Feldherrnhallen vom Waffenmufeum dienen gleichfalls hohe Eifengitter. Das Dach-gefchofs, das fein altes 1829 hergeftelltes Schieferdach behalten hat, foll als Lagerraum des Mufeums benutztwerden. Brandmauern, die mit eifernen Thüren verleben und in der Verlängerung der Hofmauern aus-geführt find, trennen den Dachraum in acht einzelne Abtheilungen.
Ohne hier auf die conflructiven Einzelheiten des Umbaues genauer einzugehen 440 ), feien als be-fonders bemerkenswerth die Herftellung des Kuppelbaues im Nordflügel, fo wie die Ausführung des Glas-daches über dem Hofe, deffen Anordnung grofse Schwierigkeiten machte, hervorgehoben. Zur Erwärmungdes Waffenmufeums und der Ruhmeshalle wurde eine Dampfheizung gewählt, deren Keffelanlage in einemhinter dem Zeughaus gelegenen, dem Fiscus gehörigen Grundllück untergebracht ift. Dort wird der Dampfin 3 Röhrenkefleln erzeugt und durch einen Canal unter der Strafse in ein Syflem lothrechter und wagrechterRöhren durch beide Gefchofle geleitet; das Condenfationswaffer (liefst dem Keffelhaus zu und dient zumSpeifen der Keffel. Der Hof wird nicht geheizt; doch ifl unmittelbar unter dem Glasdach eine Dampf-rohrleitung zum Zwecke des Aufthauens der in den Rinnen des Deckenlichtes (Ich anfammelnden Schnee-und Eismairen angeordnet.
Die Ausfchmückung des Gebäudes beschränkt (Ich im Erdgefchofs auf die Eingangshalle, die, aufserden erwähnten meifterhaft ausgeführten Abfchlufsgittern und den Windfang-Schnitzwerken, mit plaftifchemSchmuckwerk Lefjtng*s in den Gewölbeflächen, fo wie mit Malereien Bürger'* in den Gewölbefchildern
*8Q) Die merkwürdige Thatfache, dafs bereits Jean de Bodt für den Hof eine ganz ähnliche Treppenanlage geplanthatte, erhellt aus deffen Originalplänen, die von Steche aufgefunden und veröffentlicht find in: Pläne für das K. Zeughaus undein K. Stallgebäude zu Berlin. Berlin 1891.
44°) Näheres hierüber, fo wie über die innere Ausftattung ift zu rinden in: Deutfche Bauz. 1880, S. 383, 395, 427 —ferner: Ccntralbl. d. Bauverw. 1883, S. 101, 116.