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ftimmung und den daraus hervorgehenden Erforderniffen gemäfs entworfen werden
mufs. Zur näheren Kennzeichnung - derfelben dienen die nachfolgenden Beifpiele.
Sie unterfcheiden fich übrigens in der Anlage und Einrichtung nicht wefentlich von
den in den vorhergehenden Kapiteln befchriebenen Mufeen.3 x8 - Der Gruppe r gehört das Schzvanthaler- Mufeum zu München an. Es enthält
L die Gypsmodelle faft aller Werke, welche Litdzvig v. ScJnvanthaler (f i 848) in diefen
Räumen entworfen und theilweife auch ausgeführt hat (Fig. 439 bis 442 435 ).
Der äufserft fchlichte Hau befleht aus 3 Sälen /, // und ///, die in der Grundform eines Hufeifensan einander gereiht find. Der mittlere, <S,g m tiefe und 8»o m hohe Saal /, fo wie der 6,5 m hi- s 7,0 m tiefeund T),o m hohe Saal // Und mittels einfeitigen hohen Seitenlichtes erliellt. Der den ganzen rechten Flügel ein-nehmende, auch 6,5 l>is 7,0 m tiefe und 8,0 m hohe Saal /// wird durch 4 grofse Deckenlichter, aufserdemdurch Fenfter in den Hochwänden beleuchtet. Zur Erklärung der im Grundrifs angegebenen Aufllellungder Mufeumsgegenftände dient das auf S. 377 beigefügte Verzeichnifs.
3 . X9 ; Die Gruppe 2 umfafft aufser den auf S. 374 aufgezählten kleineren Mufeen
11 bis iv. einige gröfsere Anlagen. Eine folche ift das feit 1877 im Schlöffe Monbijou zuBerlin untergebrachte Hohenzollcrn-Mufeum.
Die .Sammlung ift der Erinnerung an die preufsifchen Monarehen geweiht und gewährt durch dieVereinigung der zahlreichen, von ihnen herrührenden kleineren und gröfseren Gebrauchsgegenstände nichtallein einen Einblick in das individuelle Wefen der Herrfcher, fondern charakterifirt zugleich den Gefchmackund das kunftgewerbliche Vermögen ihrer Zeit, ifl alfo auch von culturgefchichtlichem Werth. Aufser den30 Zimmern 430 ), welche den Kaifern Friedrich und Wilhelm /., dev Kaiferin Augußa, den Königen undKöniginnen von Preufsen und ihren Vorfahren, einfehl, der älteren Kurfürflen, gewidmet lind, umfafft dasMufeum eine grofse Ahnen-Galerie, welche in ehronologifeher Reihenfolge die lehensgrofsen BildniiTe dvvHerrfcher und ihrer Gemahlinnen enthält.
Eine weitere gröfsere Anlage der in Rede flehenden Eigepart war das Mitfccdes Souverains zu Paris, welches früher einen Theil der Sammlungen des Louvre bildete.
Daflelbe hatte die Beftimmung, alte Gegenftände, Kleider und Mobilien von intereffe, vvelehe ein IIirgend einem der Regenten Frankreichs angehörten und von ihm benutzt wurden, aufzubewahren.
In bezeichnendem Gegenfatz zu diefem Mufee des Souverains fleht das Mufeedes Revolutions, welches in dem gefchichtlich denkwürdigen Ballhaus (Jeu de Paume)zu Verfailles 437 ) eingerichtet ifl.
An den Wänden find 20 Hüften von Theilnehmern an der in diefem Saale am 20. Juni 1789 flatt-gefundenen Sitzung, ferner das Gemälde »Der Schwur im Ballhaus« von David und andere auf die Re-volution bezügliche Erinnerungszeichen angebracht.3 ao ; Der Umbau des Zeughaufes zu Berlin zu einem »Mufeum der militärifchen
v. Denkwürdigkeiten des preufsifchen Staates« wurde nach dem Entwurf Hiteig's 1877bis 1880 in feinem architektonifchen Theile ausgeführt. Das Gebäude enthält dasWaffenmufeum und die für die Grofsthaten der brandenburgifch-preufsifchen Armeebeftimmte Ruhmeshalle. Das Mufeum ifl feit 1883 eröffnet. Die malerifche undbildnerifche Ausfchmückung der Ruhmeshalle erforderten bis zu ihrer Vollendungnoch eine Reihe von Jahren.
Der Bau des Zeughaufes Friedrich'* I. wurde 1695 von Nehring begonnen, zunächfl von Grünberg,dann 1698—99 unter Schlüters Oberleitung fortgefetzt und 1706 von Jean de Bodt äufserlich vollendet. Dieurfprüngliche Anlage: eine zweigefchoffige Halle, die in der Grundform eines Quadrates von 90 m Seiten-länge einen Hinnenhof von 38 m im Geviert umfchliefst, ift im Wesentlichen beibehalten (Fig. 444 438 ).Auch die innere Anordnung des Gebäudes, das in den beiden, je 8 nl hohen Gefchoffen durch zwei Reihenvon Pfeilerftützen in zwei weite Seitenfchiffe und ein engeres Mittelfchiff getheilt und im Erdgefchofs bereitsüberwölbt war, entfprach den Zwecken des Mufeums, das im grüfsten Theile des Erdgefchofles und Ober
4:,,i ) Siehe: Bädkker, K. Berlin und feine Umgebungen. 7. Aufl. Leipzig 1891. S. 142 ff.437 ) Siehe hierüber Theil IV, Halbband 4 (Art. 536, S. 405) diefes »Handbuches'.43S ) Facf.-Repr. nach: Centralbl. d. Bauvcrw. t88 3 , S. xoi.