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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Schaufammlungen (Exhibited Syflematic Series), für welche die wichtigften Typen des Thier-, Pflanzen- undMineralreiches forgfältig ausgewählt und durch die bellen Exemplare repräfentirt find, fo dafs jeder Be-fucher die charakteriftifchen Gegenftände der Sammlungen hier in Augenfchein nehmen, durch die bei-gefügten, vortrefflichen Befchreibungen, Zeichnungen, Karten etc. näher kennen lernen und einen all-gemeinen Einblick in das Naturleben gewinnen kann. Im Vergleich zu diefen, der Verbreitung desWiffens gewidmeten Schaufammlungen nehmen die nicht minder fyftematifch geordneten, dem Studiumrefervirten Hauptfammlungen {Referve or Study Syflematic Series) verhältnifsmäfsig wenig Raum ein, ent-halten aber die überwiegend grofse Maffe des ganzen Schatzes und bilden den in wiffenfchaftlicher Hin-ficht wichtigften Theil des Mufeums. Diefe dem Forfcher vorbehaltenen Sammlungen find zum Theile inden Schiebladen unter den Schränken, welche die entfprechenden Theile der Schaufammlungen aufnehmen,untergebracht. Dies gilt namentlich für die paläontologifchen Gegenftände, für Mufcheln und Mineralien.Die refervirten Vogel- und Infecten-Sammlungen wurden in abgefonderten Räumen aufgeteilt, und dieungeheuere Zahl von Reptilien, Fifchen und anderen Thieren, die in Weingeifl aufbewahrt werden, findder Sicherheit halber in einem eigenen, frei flehenden Gebäude hinter dem Mufeum geborgen. In derbotanifchen Abtheilung werden die refervirten Sammlungen, wie gewöhnlich, in Form eines Herbariumsoder Hortus ficcus aufbewahrt.

Der ganze Weftflügel fammt den dahinter liegenden fechs Galerien ift der zoologifchen Abthei-lung zuge^wiefen. Aufser den im Erdgefchofs angeordneten, zur Hälfte von Fig. 429 angegebenenRäumen ift noch ein im Sockelgefchofs gelegener Raum, der die Sammlung von Meeresfäugethieren ent-hält, zu erwähnen, pas I. Obergefchofs diefes Flügels umfafft die Sammlung von ausgeflopften Säuge-thieren, während das IL Obergefchofs der ofteologifchen Säugethier-Sammlung eingeräumt ift. Das Erd-gefchofs des Oflfliigels und die hinter demfelben liegenden Galerien enthalten die paläontologifchen Samm-lungen, aufserdem die geologifche Bibliothek und einen Arbeitsfaal, die eine der Quergalerien einnehmen,fo wie die allgemeine Bibliothek des Mufeums, welche in der fchmalen Galerie längs der Mittelhalle unter-gebracht ift. Im I. Obergefchofs diefes Flügels ift die Mineralien-Sammlung, im öftlichen Eckbau dieMeteoriten-Sammlung angeordnet, und das ganze IT. Obergefchofs nehmen die botanifche Sammlung, dasgrofse Herbarium und die botanifche Bibliothek ein.

Das Sockelgefchofs des Frontbaues, das, wie bereits bemerkt, durch Treppenanlagen mit den Erd-gefchofsfälen und den dahinter liegenden eingefchoffigen Galerien verbunden ift, wi»d zu Räumen fürVerwaltungszwecke, zu Arbeitszimmern, Präparirräumen, Werkftätten, Packkammern, Lager- und Auf-bewahrungsräumen verwendet.

Das Gebäude des Britifh Mufeum of Natural Hiflory ift im Aufbau wie in der Einzelbildung inden Formenelementen der romanifchen Architektur entworfen und durchgeführt. Als Material ift imAeufseren und Inneren Terracotta verwendet, und zur Ornamentik derfelben find die mannigfaltigftenOrganismen der Pflanzen- und Thierwelt nachgebildet worden. In der künftlerifchen Behandlung derInnenräume macht fich der Zwiefpalt antiker und romanifcher Formmotive bemerkbar. Im Aeufserenbringen die Einzelftücke und Schichten von blaufchwarzer Farbe im Verein mit dem warmen, gelblichenFarbenton der Flächen einen angenehmen Eindruck hervor. Die Gefammtwirkung der Vorderanficht ifteinfach und grofsartig, obwohl die im Grundrifs angedeuteten Flügelbauten der Oft- und Weftfeiten nochfehlen. Die Axenweite der Vorderfeite beträgt 6,30 m . Der in nächfter Nähe des South-Kenfington-Mufeums errichtete Bau hat, einfchl. des Grunderwerbs, mehr als 10000000 Mark gekoftet; das ganzeGrundftück mifft, einfchl. der Gartenanlagen, 49 100 <l m .

3I2, Zu den kleineren Anlagen feiner Art gehört das Naturhiftorifche Mufeum zu

ßeifpiel & ö

v. Bern (Fig. 431 bis 434 426 ). Es bildet einen einfachen Langbau von rechteckiger

Grundform, der gegenüber dem dortigen Kunftmufeum in den Jahren 187780 vonJahn erbaut und 1881 in Benutzung genommen wurde.

Für die Anlage diefes Mufeums waren die Geftaltung des Bauplatzes einestheils, die zur Verfügungflehenden Mittel anderentheils mafsgebend. Die Ilauptfront, welche eine Längenausdehnung von 48,oo m hat,fleht in der Axe des Kunftmufeums und erhebt fich im Mittelbau 23,oo m und in den Flügeln 21,oo müber der Oberfläche der Strafse.

Das Gebäude befteht aus Sockelgefchofs, Erdgefchofs und zwei Obergefchoffen. Das im Hohlen3,30 m hohe Sockelgefchofs wird durch einen breiten Mittelflur getheilt, der beiderfeitig mit Räumen befetztift und an beiden Enden unmittelbar, fo wie in der Mitte feiner Länge mittelbar vom Treppenhaus aus

* 2li ) Nach: Deutfche Bauz. 1881, S. 353.