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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Die für wiffenfchaftliche Arbeiten erforderlichen Zimmer, von denen bereits erwähnt wurde, dafsfie, gleich Bibliothek und Verwaltungsräumen, an der Oft- und Nordfeite des Erd- und Zwifchengefchoflesuntergebracht wurden, find aufserordentlich helle Räume von folcher Gröfse, dafs auch Gelehrten, die demMufeum nicht angehören, ausreichender Raum für ihre Studien angewiefen werden kann. Die Arbeits-zimmer der mineralogifchen Abtheilung befinden fich im Erdgefchofs und flehen in unmittelbarer Ver-bindung mit einem Zimmer für optifche Verfuche, fo wie mittels eines eigenen Aufzuges mit den im Keller-gefchofs befindlichen Zimmern für gröbere Arbeiten.

Die Räume für die Vornahme der technifchen Arbeiten des Naturhifiorifchen Mufeums find ohneAusnahme in das Kellergefchofs verlegt. Zwei grofse für Ausftopfen und ähnliche Verrichtungen be-ftimmte Säle liegen an der Weftfront. In ihrer unmittelbaren Nähe ift die Trockenkammer, wofelbft diefertig ausgeftopften Gegenftände einer Temperatur von 40 Grad C. ausgefetzt werden können, angeordnet.Eine Lockfeuerung mit Entlüftungsrohr führt die arfenikhaltigen Dämpfe ab. Neben diefen Räumen ifteine 4,40 X 2,45 m grofse Hebebühne von 5000 k S Tragfähigkeit angelegt, um gröfsere, hier zur Aufftellungfertig gebrachte Stücke ohne Gefährdung derfelben nach dem Saale befördern zu können.

Aufser den hier genannten Räumen befinden fich im Kellergefchofs noch drei der zoologifchenund weitere drei der mineralogifchen Sammlung zugewiefene Arbeitszimmer. Zu erfteren gehört auchder Macerirraum, der durch verfchiedene, kräftig wirkende Vorrichtungen, die zum Theile nachträglichgemacht wurden, entlüftet ift. Die Knochenbleiche befindet fich im Dachraum.

Unter der Haupteingangshalle liegt der Heizraum mit den Luftheizungsöfen, dem Dampferzeuger,dem Gasmotor, Ventilator etc. In der Mitte des Gebäudes, dem Mittelfaale entfprechend, liegen das Kohlen-magazin, fo wie ein Magazin für gröbere Vorräthe des Mufeums; die ganze füdliche Seite wird in derBreite des darüber liegenden äufseren Saales durch einen vorläufig noch nicht benutzten Refervefaal ein-genommen. Ferner find noch zwei, etwa die halbe Länge der Weftfeite einnehmende Dienftwohnungenzu erwähnen. Diefelben erhalten Licht und Luft von einem 2,50 m breiten, auf die Länge der Weftfrontfich erftreckenden Lichtgraben, von welchem aus zwei Eingangsthüren in das Untergefchofs führen.

Bei der inneren Geftaltung des Mufeums war das Beftreben geltend, möglichft Raum zu fparenund alle den Einfall des Lichtes und die freie Bewegung fperrenden Mauerkörper zu vermeiden. DieferGrundgedanke der Anlage führte, wie erwähnt, zu einer umfaffenden Verwendung von Eifen-Conftructionen.Diefe wurden, um fie nicht in ihrer ganzen Nacktheit zu zeigen und der an fich einfachen Anlage nichtnoch den Anftrich des Nüchternen zu geben, thunlichft verkleidet, ohne das Charakteriftifche der Eifen-Conftruction zu leugnen. Die Stützfäulen wurden mit architektonifch gegliederten Gufsfchalen, die Galerie-träger durch grofse Holz-Confolen verkleidet, die Unterzüge umfchalt und geputzt, eben fo wie die Unter-fichten der Wellblechdecken.

Die äufsere Geftaltung des Bauwerkes ift von der Anordnung ausgiebiger Fenfterflächen zur Er-hellung der Sammlungsfäle abhängig gewefen und zeigt, bei Erfüllung diefes BedürfnifTes, eine ernfte, denZwecken des Mufeums entfprechende Architektur. Die Architekturtheile der Facade find in Häufleinausgeführt; als Material für die Mauerflächen wurden Verblendziegel gewählt. Die zwifchen den Fenfterndes Zwifchen- und Hauptgefchoffes befindlichen grofsen Platten find mit den Reliefs hervorragenderForfcher und fymbolifchen Darftellungen der verfchiedenen Erdtheile gefchmückt. Zur Bereicherung desörtlichen Mittelbaues wurden ornamentale Platten aus Terracotta in die zu beiden Seiten des Mittelfenftersausgefparten Füllungen eingefügt.

Da die den Ausftellungszwecken dienenden Räume gewiflermafsen eine einzige Halle bilden und nurbis auf 12,5 Grad C. geheizt zu werden brauchen, dagegen ftarken Luftwechfel erfordern, wurde für diefe eineDrucklüftung mit Erwärmung durch central angelegte Feuerluftheizung gewählt. Für die Arbeitszimmer, Hör-fäle, überhaupt für alle dem Publicum entzogenen Räume, ift eine Niederdruck-Dampfheizung angeordnet.

Die Abluft-Canäle münden in den Raum zwifchen Decken- und Dachlicht aus. Diefer wird hier-durch zur Winterszeit warm gehalten. Das fich bildende Tropfwaffer ift unter dem Dachlicht aufgefangen.Ueber den Deckenlichtern find zur Abhaltung der Sonnenftrahlen Zugvorhänge angebracht.

Die Gefammtkoften des Baues, mit Ausfchlufs des Architekten-Honorars und gewifler Nebenkoften,beliefen fich auf 1092 813 Mark. Dies ergiebt bei einer bebauten Grundfläche von 2915 <l m für 1 qm375 Mark und für 1 cbm umbauten Raumes rund 14 Mark.

Das Mufeum dhifloire naturelle zu Paris enthält die zur Unterbringung der natur-wiffenfchaftlichen Sammlungen dienende Gebäudegruppe, welche am füdvveftlichen BeI T f elKnde des botanifchen Gartens fteht und, in fo weit bis jetzt ausgeführt, in Fig. 424 417 )

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*!') Facf.-Rcpr. nach: Revue gen. de Varch. 1883, PI. 58 u. 59; Befchreibung nach ebendaf., S. 16 u. 1884, S. 163.