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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
351
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Fig. 414.

n. Gr

Eiferner Schaupult

Schaukaften oder Pulte für Conchylien, Eier u. dergl. find auch ganz ausSchmiedeeifen und Glas, mit Bodenplatte von Eifenblech, hergeftellt worden(Fig.414 410 ).

Diefelben find 2,o m lang und 0>so m breit; die ganze vordere Höhe wurde nur 0,85 m , d. i. etwasniedriger als gewöhnlich, angenommen, damit der Befchauer fich , wie bereits erwähnt, leichter mit demOberkörper über den Pult beugen kann. Bezüglich der Neigung der beiden Hauptflächen der Pultefind hauptfächlich folgende drei Anordnungen in Betracht gezogen worden: 1) Boden und Deckel findgar nicht geneigt, fondern wagrecht; 2) der Boden ift wagrecht, der Deckel geneigt; 3) Bodenund Deckel find parallel geneigt (Fig. 414). Auch der Neigungswinkel wird verfchieden gewählt, ins-befondere bei der zweiten Form, wo der Winkel ganz nach der Gröfse der im Pulte unterzubringendenGegenftände zu richten ift. Die erfte und zweite Form find von Alters her bekannt; die dritte Form iftungewöhnlich, foll aber zweckentsprechend und vortheilhaft fein, wenn die Neigung 1 : 5,33, alfo 15 cmauf 80 cm beträgt. Bei diefer Anordnung find die hinteren Theile des Pultes dem Auge des Befchauersnäher gerückt, ohne dafs er fich tiefer zu bücken braucht. Die Füfse der Pulte find von Quadrateifen,die Bodenplatte von 2 mm ftarkem Eifenblech und das Rahmwerk für die Glasfeheiben von T- und L-Eifen.Der obere Deckel ift an der hinteren Seite durch 3 Gelenkbänder mit dem Untertheile verbunden undan der vorderen Seite durch zwei Schlöffer, die ganz im Rahmwerk verfenkt liegen, abgefchloffen. ZumFeftftellen des Deckels in geöffnetem Zuflande ill an jeder Schmalfeite eine kniehebelartige Stellvorrichtungmit Federn angebracht, die fich beim Schliefsen des Deckels zufammenlegt.

Form und Conftruction der Möbel find ftets dem jeweiligen Bedürfnifs der zubergenden Gegenftände anzupaffen. Dem gemäfs pflegen die Schränke der paläonto-

logifchen und mineralogifchen Sammlungen, welche zumgröfsten Theile mit Schiebekaften ausgerüftet fein muffen,aus Holz hergeftellt zu werden. Gute Vorbilder ent-hält u. a. das Mufeum für Naturkunde zu Berlin.

Der Normalfchrank für die Aufbewahrung der Mineralien, Block-fchrank genannt, 13 Schiebekaften über einander, ift 1,45 m hoch, 0,70 mbreit und 0,70 m tief. Ein frei (lebender, 1,55 m hoher Glasfchrank derGefteinsfammlung ift in Fig. 415 4n ) abgebildet. Der 1,22 m tiefe und l,oo mhohe Unterfatz hat beiderfeits 8 Schiebladen. Der verglaste Auffatz ift1,55 m hoch und mit ftaffelartigen Einfätzen verfehen.

Ein Sammlungsfchrank des paläontologifchen Saalesdes mineralogifchen und geologifchen Inftitutes der Kaifer-Wilhelm-Univerfität zu Strafsburg ift in Fig. 416 412 ) dar-geftellt.

Je 3 folcher 2,47 m langen Schränke bilden eine Reihe von 7,41 mLänge. Die Abmeffungen einer Schieblade find 53 cm Länge, 43 cm Breiteund 9 cm Höhe im Lichten. Die Glasdeckel find nach vorn um 10 cmgeneigt und vorn und hinten 13 cm im Lichten hoch. Ueber dem oberflenTheil des Schrankes ruht auf dünnen gufs- oder fchmiedeeifernen Stützenund eben folchen Confolen eine ca. 40 bis 45 cm breite Platte von Holz,

Fi-

415.

Frei flehender hölzerner

Glasfchrank 411 ).

l| 40 n. Gr.

306.HölzerneSchränke.

il1 ) Facf.-Repr. nach: Zeitfchr. f. Bauw. 1891, Bl. 6.

4l2 ) Nach den von Herrn Architekten Ifslciber zu Strafsburg freundlichft mitgetheilten Handfkizzen.