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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Das Landes-Gewerbemufeum zu Stuttgart (Fig. 397 bis 399- 81 ) gehörtzu den bedeutendften Anlagen feiner Art. Der zur Aufnahme der Königl. Württem-bero-ifchen Centralfteile für Gewerbe und Handel und ihrer Sammlungen beftimmteNeubau wird nach dem Entwurf und unter der Leitung Neckelmanri 's, welchem imvorhergegangenen allgemeinen Wettbewerb 882 ) der erfte Preis zuerkannt wordenwar, feit 1890 ausgeführt.

Der Bauplatz hat die Form eines unregelmäfsigen Viereckes und i(l von der Kanzleiflraise, Schlois-arafse, Lindenftrafse und Hofpitalftrafse begrenzt. Der Grundrifs des Haufes ift diefer Geftalt des Bau-platzes angepaßt und nach der fenkrecht zur erftgenannten Strafse gerichteten Hauptaxe eingetheilt.Die Schiefwinkeligkeiten und ünregelmäfsigkeiten der Grundform find im Aeufseren durch die Geftaltungder Eckbauten, im Inneren durch die Hofanlagen ausgeglichen. Das Gebäude befteht aus Untergefchofs,Erdgefchofs, I. und II. Obergefcliofs.

Das Untergefchofs umfafft die Gefchäftsräume der Mufeumsbeamten, das Patentamt, den Motoren-faal den Saal zur Aufftellung der Dampfmafchine und der Dynamo-Mafchine, die Werkftätte für die Gyps-giefserei, ferner Diener Wohnungen und Kiftenmagazin.

Im Erdgefchofs (Fig. 398) ift in der Mitte der Kanzleiftrafsenfront der Haupteingang angeordnet. Er. .. - jri ur i ia iie welche wahrfcheinlich zu Börfenzwecken benutzt werden wird. Im Anfchlufs an

diefe Malle liegen die beiden Haupttreppen. Die eine derfelben ift für die Mufeumsbefucher, die anderefür die Beamten, welche im oberften Gefchofs ihre Gefchäftsräume haben, beftimmt. In gerader Liniefortfehreitend, gelangt man in den im Mittelpunkt der ganzen Anlage befindlichen grofsen, glasbedeckten1 ichthof (Fig 399), welcher zur Erinnerung an das 25-jährige Regierungsjubiläum des verdorbenen KönigsCarl mit Werken der Bildhauerkunft und der Malerei reich ausgeftattet wird. Den übrigen Theil desErdgefchoffes nehmen Sammlungsföle für die Landwirthfchaft und für das Kunftgewerbe, ferner eine grofseMafchinenhalle, Räume für die chemifche Abtheilung und ein gröfserer Hörfaal ein.

Im I Obergefchofs (Fig. 397) find die Räume an der Vorderfront der Bibliothek zugetheilt. In derMitte derfelben liegt der Lefefaal; zu beiden Seiten reihen fich die Zimmer der Bibliotheksbeamten, die Bücher-ausgäbe des Journalifticums, der Zeichenfaal, der Raum für Schulmodelle u. f. w. an. Im Zwifchengefchofs,das"über den obengenannten Räumen galerieartig angeordnet ift, befindet fich die Bticherfammlung. Dieübrigen Säle des I. Obergefchoffes find für die Ausftellung von Gegenftänden der Textil-Induftrie, deiKeramik, der graphifgrofse Gypsfammlung 1Bibliothek ihren Platz.

übrigen Säle des I. Obergefchofl~ .............-------------- - -

Keramik der graphifchen Künfte, der Lederinduftne, des Bau- und Ingenieurwefens beftimmt. Eine- - --> T-~r r« Ä r«i,«r«, i-ViAiie In einem grofsen Deckenlichtfaal über dei

grofse Gypsfammlung findet theils in diefem Gefchofs, theils

Das^II Obergefchofs wird von den Gefchäftsräumen der Centralfteile Rir Gewerbe und Handel be-anfprucht! Zwei Aufzüge für die Perfonenbeförderung und ein lolcher für den Transport von Aufteilung.-gegenftänden erleichtern den Verkehr.

Die Gefchäftsräume werden mit Warmwafferheizttng, die übrigen Räume mit Niederdruck-Dampf-heizune erwärmt Das Aeufsere des Gebäudes ift in den Formen der italienifchen Renaiffance geftaltetund mit Ausnahme des in Granit hergeftellten Sockels, durchweg in wtirttembergifchem Sandftein aus-geführt. Die Lichthof-Galerien werden von Marmorföulen getragen.

2) Kleine Anlagen.Das T/taulow-Muteutn zu Kiel enthält die Sammlung Schleswig-HolfteinifcherHolzfchnitzcreien, welche Thauhnv der Provinz 1875 gefchenkt hatte. Der Landtagliefs das Gebäude auf dem von der Stadt Kiel überlaffenen Bauplatz durch Molden-fchardt 1S7677 errichten (Fig. 400 888 ).

Der Grundrifs des zweigefchoffigen Hanfes ill mit Rückficht auf fpätere Erweiterung deffelbenfür Zwecke eines Kunftgewerbe-Mufeums entworfen. Den Mittelbau des Erdgefchoffes nehmen Vorhalle.Flurgang Treppe und zwei anftofsende Räume für den Vorftand und das Archiv ein. Zu beiden Seitenfind je zwei Sammlungsfäle angeordnet. Letztere bilden im I. Obergefchofs je einen Saal, lieber derVorhalle liegt ein Sammlungsfaal. Im üebrigen entfpricht die Anlage diefer Gefchoffe der des Erd-

881) Nach den von Herrn Profcflbr Neckelmann zu Stuttgart zur Verfügung geftelltcn Zeichnungen.

882) Siehe hierüber: Central«, d. Bauverw. x888, S. 281 - und: Deutfche Bauz. 1888, S. 321.888) Nach: Deutfche Bauz. 1884, S. 557. 5° T -

BeifpielV.

Beifpiel

VI.