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das elektrifche Licht, gleich wie jede Art künftlicher Beleuchtung, unterfcheidetfich von der Tagesbeleuchtung hauptfächlich dadurch, dafs erftere nur unmittelbare(directe) Lichtftrahlen, letztere dagegen zerftreutes (diffufes) Licht liefert. Man hatdaher in neuerer Zeit verflicht, die künftliche Beleuchtung der natürlichen mit Tages-licht dadurch ähnlicher zu machen, dafs man das unmittelbare Licht der Lampenmittels der unter denfelben angebrachten Reflectoren in zerftreutes Licht verwandelte,indem man es zwang, zuvor an die Decke des Raumes und von da erft in dieunteren Theile deffelben auszuftrahlen. Das in folcher Weife erzielte indirecte Lichtbedarf noch weiterer Verbefferung und Verwerthung. Aber fchon jetzt laffen diedarüber angeftellten Unterfuchungen 304 ) erkennen, dafs die indirecte Beleuchtung,fo fern üe eine genügende Helligkeit gewährleiftet, der directen Beleuchtung über-legen ift:
a) durch Verhinderung von Blendungserfcheinungen,
ß) durch gleichmäfsigere Vertheilung des Lichtes im Räume,
Y) durch Verhütung ftörender Schatten und
8) durch Verhütung läftiger Wärmeausftrahlung.Allerdings bedingt die indirecte Beleuchtung im Vergleich zur directen Be-leuchtung einen Verluft an Helligkeit, der im günftigften bis jetzt beobachtetenFalle ein Drittel der Lichtmenge beträgt. Ein entfprechender Ueberfchufs derfelbenmufs daher überall da befchafft werden, wo es auf ganz deutliches Sehen ankommt.Auch kann durch helle Bemalung der Decke und Wände fehr viel zur Erzielunggröfserer Helligkeit gethan werden.
Diefe neueren Fortfehritte der Beleuchtungstechnik find für die künftliche Er-hellung von Sammlungsräumen und vor Allem von Gemälde-Galerien von wefent-licher Bedeutung. Zu diefem Zwecke erfcheint das elektrifche Bogenlicht mit Ver-wendung der Ii/flerfchen Blend-Scheinwerfer als diejenige Beleuchtungsart, die fichbis jetzt am beften erprobt hat. Diefe Scheinwerfer find durch fächerförmig an-geordnete matte Glastafeln, bezw. Glasringe gebildet, welche der jeweiligen Zweck-beftimmung entfprechend verfchiedenartig geformt find 305 ). Die einzelnen Scheiben,deren matte Fläche der Lichtquelle zugekehrt ift, haben eine folche Stellung, dafsdie Strahlen niemals fenkrecht auffallen, fondern immer nur in fchiefer Richtungtheils gebrochen durchgehen, theils feitlich abgelenkt und nach Erfordernifs einzweites Mal zurückgeftrahlt zur Geltung kommen.
Auf der Elektrotechnifchen Ausftellung zu Frankfurt a. M. 1891 war diefesBeleuchtungsfyftem in zwei Räumen der Kunftausftellung eingerichtet, und zwar infolcher Weife, dafs das Licht indirect auf die Bildfläche auffiel und die Lichtquelledem Befchauer durch einen über den ganzen Mittelraum des Saales ausgefpanntenZeltblender aus undurchfichtigem Stoffe verborgen blieb.
Die Einrichtung des gröfseren Saales ift in Fig. 330 u. 331, die des kleinerenSaales in Fig. 332 u. 333 abgebildet 306 ).
Im kleinen Saale waren conifche Lamellen-Reflectoren benutzt und in lothrechter Axenftellung auf-gehängt. Die hinter denfelben in fchräger Richtung angebrachten Sammelreflectoren dienten zur voll-ftändigen Lichtzerftreuung auf die mit Bildern behängten Wandflächen. Die zur Verwendung gekommenenBogenlampen waren folche mit conftantem Brennpunkt, damit die Strahlenwege conftant bleiben.
- m ) Siehe: Renk, F. Ueber die künftliche Beleuchtung von Hörfälen. Halle 1892. S. 23 — fo wie: Menning, P.Ueber indirecte Beleuchtung. Gefundheits-Ing. 1892, S. 273, 313.
305 ) Näheres und Abbildungen in : Journal f. Gasb. u. Waff. 1891, S. 260 bis 271 — fo wie in: Deutfche Bauz. 1891, S. 117.) ssach den von Herrn G. Elßer zu Berlin freundlichft zur Verfügung geftellten Zeichnungen.