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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Baukoftem

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räumen des Mufeums für die Betrachtung feines Inhaltes vorbereitet werde. DieAnwendung auserlefener und edler Bauftoffc in Flurhallen und Treppenhäufern (z. B.in der National-Galerie zu Berlin und in den Hofmufcen zu Wien) trägt zu monu-mentaler, vornehmer Erfcheinung des Bauwerkes fehr viel bei.

In den Sammlungsräumen felbft darf fich die Architektur nirgends vordrängen;fie foll aber wirkfame, fchöne Umrahmungen für die darin zur Schau gebrachtenGegenftände fchaffen. Die Form- und Farbgebung ift diefem Zweck unterzuordnen,damit fie nicht den Blick auf fich ziehe, fondern in erfter Reihe auf den Inhalt desMufeums lenke. Für die Aufftellung der meiften Gegenftände find Wand- undBodenflächen ganz fchlicht zu halten. Der obere Theil der Wände darf dagegeneinfachen Schmuck, die Decke oder Wölbung etwas reicheren, paffenden Schmuckzeigen. Immer aber fei er folcher Art, dafs er den Befchauer in die Welt verfetze,aus welcher die betreffende Abtheilung der Sammlung entnommen ift. Insbesonderein Mufeen für Naturkunde, Völkerkunde u. dergl. kann mit malerifchen und bild-nerifchen Darftellungen gewirkt werden. Am vorfichtigften und enthaltfamften iftin diefer Hinficht bei Gemälde-Galerien zu verfahren (fiehe Fig. 243 , S. 190). InSculpturfammlungen find für ganz hervorragende Bildwerke befondere Formbildungund Theilung der Räume erforderlich (Fig. 244 2ni ) u. 24s 203 ), fo wie 232 u.2 33. S. 177) und mafsvolle architektonifche Gliederung der Wand- und Decken-flächen gerechtfertigt 200 ). Daffelbe gilt auch bis zu einem gewiffen Grade für Alter-thümer-Mufeen (Fig. 246 20 ' r '), Kunftgewerbe-Mufcen u. a. m.

Die unteren Theile der Wände werden häufig getäfelt oder gleich den oberenWandflächen aus Stuck, die Thürumrahmungen aus Marmor, Zierglicder und Schmuck-werk aus Bronze hergeftellt. Glasmalereien find im Inneren der Sammlungen nurin einzelnen feltenen Fällen, wohl aber in Treppenhäufern am Platz.

Die Eingangs- und Trennungsräume verfchiedenartiger Sammlungen, fo wiebefondere Schau- und Prunkräume derfelben werden in Form und Abmeffung be-fonders ausgezeichnet.

4) Bau- und Einrichtungskoftcn.

Die Höhe der Baukoftcn eines neu zu errichtenden Mufeums kann von vorn-herein nur nach den unter ähnlichen Vcrhältniffen in neuerer Zeit ausgeführten gleich-artigen Gebäuden annähernd bemeffen werden; doch ift von Fall zu Fall der Ver-fchiedenartigkeit der inneren und äufseren Ausftattung, gleich wie der fonftigenUmftände Rechnung zu tragen. Unter diefem Vorbehalt können die in neben fliehenderTabelle zufammengeftellten Ermittelungen der Koften einiger feit 1871 hergeftelltenMufeen zur ungefähren Veranfchlagung beabfichtigter Neubauten folcher Art benutztwerden. Der Preis für 1 cbm des umbauten Raumes, von Kellerfufsboden Oberkantebis Hauptgefims Oberkante gerechnet (mit angemeffenem Zufchlag für höher geführteAufbauten), bewegt fich, wenn man von dem aufsergewöhnlich einfachen Beifpiel 6abfieht, zwifchen 14,8 und 34,0 Mark.

20tj ) «Man hat oft in Sammlungen der Art das ganz falfche Syriern befolgt, vermöge welchem man durch graue undfarblofe Gründe und wenig oder gar keine Zierden die Antiken felbft zu fchonen und hervorzuheben glaubte. Nichts ift mehrdurch den Krfolg widerfprochen. Eine gut angeordnete Pracht der Umgebungen reizt das Auge und giebt dem Befchauer diepafshche Stimmung; lebendige Farben des Grundes laffen auch das unfeheinbarfte antike Bildwerk rein und frifch erfcheinen.'(Siehe: Klenzk, L. v. Sammlung architektonifcher Entwürfe, welche ausgeführt oder für die Ausführung entworfen find.München 183150. S. 2.)