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'33.Paris.
J 34-London
135-Aaderwäi
licher kaiferlicher Schlöffer 1776 im oberen Belvedere, das Prinz Eugen von Savoyen 1693—1724 hatte erbauenlaffen, vereinigt wurde (Fig. 240 u. 241 !8 '). Hier wuchs die Gemäldefammlung allmählich zu ihrerjetzigen Gröfsc und Bedeutung, die fie im neuen Kunflhiftorifchen Hofmufeum nunmehr entfalten kann,heran. Das Kupferftich-Cabinet der Hofbibliothek wurde ebenfalls von Eugen von Savoyen begonnenund enthält jetzt mehr als 300000 Blätter und 900 Bände. Auch die Sammlung von Handzeichnungenund Stichen, die nach ihrem kunftfinnigen Stifter, Herzog Albert von Saehfen-Tefc/ien, Albertina genanntwird, ift eine der reichften und intereffanteften Europas. Der Grundftock des Antiken- und Münz-Cabinets,fo wie des unvergleichlichen Waffenmufeums des öfterreichifchen Kaiferhaufes ls3 ) flammt aus dem Nach-lafftf Maximilians I. Die nachfolgenden Herrfcher und Angehörigen des Haufes Oefterreieh trugen zurVermehrung des Inhaltes bei, bis endlich die Sammlungen durch die Vereinigung mit denen Lothringensihre jetzige Bedeutung erlangten. Bemerkenswerth ift auch die K. K. Schatzkammer durch den Reichthumund die Schönheit von Schmuckwerk, Edelfteinen, Kostbarkeiten, Gewändern und lüftorifchen Merk-würdigkeiten.
An der Spitze der Kunftliebhaber und Kunftfammlcr Frankreichs ftcht /'ranz /. Aber erft unterLudwig XIV., deffen Machtgefühl ihn auch für Kunftpflege empfänglich machte, regte fich der Sammel-eifer in weiteren Kreifen. Das Cabinct du Roi vereinigte fehon damals eine Fülle der köftlichflen Ge-mälde. Es wurde beträchtlich vermehrt, von Fontainebleau in das Louvre nach Paris, fpäter nach Verfaillesverlegt und fchliefslich wieder in das J.ouvre zurückgeführt, als die franzöfifche Revolution das Syftemder Centralifation auch für die Kunflfammlungen zur Anwendung brachte. Die in anderen königlichenSchlöffern noch zerflreuten Kunftfchätze wurden gleichfalls in das Louvre gefehafft, und als vollends diefranzöfifchen Heere aus Italien, den Niederlanden und Deutichland maffenhafte Kunftbeute nach Parisbrachten, ftand die Louvre-Sainmlung nicht allein an der Spitze aller ähnlichen Anflalten, fondern konntegeradezu als das Mufcum Europas gelten. Auch heute noch wird es von keinem Mufeum der Welt anReichthum und Bedeutung übertroffen (Fig. 242). Aufser den eigentlichen Kunflfammlungen umfafft dasEouvre ein ethnographifches Mufeum, ein Marine-Mufeum u. dergl. m.
Die Anlage <\cr grofsartigen Sammlungen des Britifh Mufeum zu London erfolgte nach Annahmeeiner Parlamentsacte l81 ) , kraft welcher 1753 die Bibliothek und die fonftigen Sammlungen, welcheSir Hans Sloane geftiftet hatte, vom Staate übernommen und mit der Harley'icXvzn Handfchriftenfammlungund der Cotton'ichen Bibliothek in dem behufs ihrer Aufnahme angekauften Montague Ploufe vereinigtwurden. Hier fand im Januar 1759 die Eröffnung des Britifh Mufeum ftatt, das hiermit dem Publicumzur Berichtigung und Benutzung übergeben war. Es enthielt damals drei Abtheilungen: eine für gedruckteBücher, eine für Manufcripte und eine für Naturwiffenfchaft. Hierzu kam eine vierte: die Kund- undAJterthümer-Abtheilung, als das Mufeum von Georg ///. 1801 eine Sammlung ägyptifcher Fundflücke zumGefchenk erhielt, bald hernach die Hamilton- und 7'ozonley-Ahcrlhümer, fodann 1816 die Elgin Marbleserwarb, wodurch gerade diefe Sammlung zu ganz ausserordentlicher Bedeutung gelangte. Als MontagueHoufe und deffen nothdürftige Erweiterungsbauten nicht mehr ausreichten, wurde 1823—52 das neueMufeumsgebäude errichtet 185 ). Demfelben muffte zum Zweck der Aufnahme der Maufoleum-Sculpturen,welche William Whilc'a Vermächtnifs hinzubrachte, feit 1879 ein vollftändig neuer Flügel an der Südoft-leite des Mufeums angebaut werden. Seine Sammlungen zerfallen gegenwärtig in heben Abtheilungen:die für gedruckte Bücher, Manufcripte, Kunftdrucke und Handzeichnungen, für orientalifche Alterthümer,britifche und mittelalterliche Alterthümer und Ethnographie, für griechifche und römifche Alterthümer,Münzen und Medaillen. Die weiteren 5 Abtheilungen der nunmehr ausgeschiedenen naturgefchichtlichenSammlungen befinden fich im neuen Gebäude des A r alural Hiflory Mufeum in South-Kenfington 18c ). DieNational-Galerie zu London 187 ) i(l eine Schöpfung des erften Drittels diefes Jahrhundertes.
Mit einem Worte nur fei des Reichthums der Mufeen von Spanien , von Belgien und Holland ge-dacht. Ihre geschichtliche Entwickelung, fo wie die der Mufeen anderer Länder foll hier nicht verfolgtwerden.
|S3 J Einen Theil derfelbcn bildet die Ambj^ür^Saminh.UAg, welche von Erzherzog Ferdinand, dem zweiten Sohne desKaifers Ferdinand /., auf dem Schlöffe Ambras in Tirol angelegt und hiernach benannt worden war. Sie befand fich mitder Antikcnfammlung im unteren Belvedere, bis beide neuerdings in das Kunftliiftorifchc Hofmufeum übergeführt wurden.
184 ) Siehe: A Guide to the Exhibition Gallertes of {he Britifh Mufeum, London 1890. S. XXXIII.
18B ) Ueber die Bibliothek des Britifh Mufeum liehe das vorhergehende Kapitel.
18B ) Vergl. hierüber Kap. 6.
,s7 ) Vergl. hierüber Kap. 4 (unter fj.