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129.
Dresden.
130.München.
131-Berlin.
Mufeo nazionale zu Neapel.Hauptgefchofs. — l/ 20 oo n. Gr.
der Ausgrabungen von Herculaneum, Pom- Fig. 236.
peji, Stabiä, Cumä und gehört jetzt zu denerden Mufeen der Welt (Fig. 236).
Die von Italien einft ausgegangeneBewegung für die Pflege von Kund undWiffenfchaft hatte fich im Zeitalter derRenaiffance allen anderen Culturländernmitgetheilt.
In Deutfchland wurden die erftenfelbftändigen Sammlungen von Bedeutungin Dresden gegründet. Bereits im XVI. Jahr-hundert unter Kurfürft Anguß von Sachfenentdanden die Bibliothek, die Kund- undNaturalienkammern 176 ). Letztere bildetenden Grund (lock verfchiedener fpätererSammlungen: des grünen Gewölbes, der Gemäldegalerie und der Rüftkammer. Epochemachend in derGefchichte der Mufeen find . die Zeiten Auguß des Starke?! und feines Nachfolgers Auguß III. Angußder Starke beauftragte eine Commiffion, »alte Bibliotequen, Medaillen, Antiquen, Kupferftiche, Phyfic-,Anatomie- und mathematifche Inftrumenten-Cabinetter, auch überhaupt alle vorräthigen zu Künden undWiffenfchaften gehörigen Raritäten« zum gemeinfamen Beden einzurichten. In Folge deffen wurden 1727die Galeries des fcienccs im Zwinger eingerichtet (Fig. 238 u. 239 177 ) und gleich den erwähnten älterenSammlungen dem Befuche des Publicums zugänglich gemacht. Im weiteren Verlauf der Entwickelung fanddie Ausfcheidung der Curiofitäten und die Umgedaltung der Sammlungen im Geide der Neuzeit datt.Der Neubau des Dresdener Mufeums fällt in die Mitte diefes Jahrhundertes.
In Bayern kam fchon unter Albrecht V. (1550 — 79) eine eigentliche Gemäldefammlung zu Stande 178 ).Allein die Sammlerlud diefes Fürden war in erder Reihe auf die Erwerbung von Prachtgeräthen gerichtet,fo dafs feitdem die bayerifche Schatzkammer, die ihm die vorzüglichden ihrer Schätze verdankt, als diekündlerifch erde der Welt da deht. Weniger glücklich war er in der Sammlung von Antiken; vielefeiner Anfchaffungen fallen in das Gebiet der Curiofitäten. Maximilian, der nachmalige erde Kurfürftvon Bayern, bereicherte mit Vorliebe die Schatzkammer und antike Münzfammlung 179 ); auch erwarb ereine Anzahl Dürer' Tcher Hauptwerke und Gemälde niederländifcher Meifter. Seinem Enkel Max Emanuel(1679—1726) war es vorbehalten, feine Gemäldefammlung zu einer der erden Europas zu erheben. Er hattefchon in den erden Jahren feiner Regierung fo viele Bilder erworben , dafs er den Bau eines befonderenGaleriefchloffes zu Schleifsheim ausführen liefs. Hier und in den Schlöffern zu München, Nymphenburgund Dachau barg er feine grofsen Kunftfchätze — gegen 2000 Gemälde — darunter Hunderte auserlefenerStücke von Rtlbens, Van Dyck und anderen trefflichen vlämifchen Meiftern, auch einige bedeutende Italienerund Spanier. Die nächften Nachfolger Max jEmanuel's trugen nur wenig zur Bereicherung der bayerifchenSammlungen bei. Carl Theodor liefs für fie den in architektonifcher Hinficht allerdings unbedeutendenGaleriebau an der Nordfeite des Hofgartens zu München errichten. Als nach feinem Tode die LiniePfalz-Zweibrücken mit Max Jofeph fuccedirte, fand 1799 die Ueberführung der Zweibrückener undbald hernach die der Mannheimer Sammlungen ftatt. Die Säcularifation der geiftlichen Güter 1803, diein die folgenden Jahre fallenden Einverleibungen der Reichsdädte , der fränkifchen Markgraffchaften undStifter lieferten viel Ausbeute. Allein alle diefe Erwerbungen aus ganz Bayern dehen an Werth hinterden Schätzen der Düffeldorfer Galerie zurück, deren Verbringen nach München 1805 befohlen und 1806ausgeführt wurde. Die nachfolgenden Erwerbungen und insbefondere die herrlichen Kundfchätze, die daszielbewuffte Vorgehen des Königs Ludwig I. herbeifchaffte, brauchen nicht befchrieben zu werden. Dieunter ihm und feinen Nachfolgern erbauten Mufeen gehören zu den hervorragenden Schöpfungen derNeuzeit.
Der ältede Bedand der Sammlungen Berlins dämmt zum Theile noch aus der Zeit Joachim 's II.(1535 — 71). Doch id ihr Inhalt im Wefentlichen erd durch die Ankäufe des Grofsen Kurfürden (1640—88)
17(i ) Siehe: Dresden und feine Bauten. Dresden 1878. S. 161. — Ueber Kunft- und Schatzkammern jener Zeitfiehe: Sammeln und Sammlungen. Blätter f. Kunftgwbe., Bd. 17 (1888), S. 7.
m ) Facf.-Repr. nach: Dresden und feine Bauten. Dresden 1878. S. 81 u. 85.
17K ) Nach: Katalog der Gemälde-Sammlung der Kgl. älteren Pinakothek in München. Mit einer hiftorifchen Ein-leitung von F. v. RebEr. Illuftrirte Ausgabe. München o. J. (Einl., S. V.)
1(9 ) Maximilian liefs das berühmte Kleinod der Elfenbeinfchnitzerei, den jetzt im National-Mufeum zu München auf-bewahrten Goldmünzenfchrank des Weilheimers Chr. Atigermair, anfertigen.