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In Rom dienten die aus Griechenland geraubten Kunftwerke auch zum Schmuck I2 s-von Tempeln und Paläften, von Theatern, Thermen und Säulengängen. Hierzu ge-feilten fich die Schöpfungen der eigenen Kunftthätigkeit, die fich Anfangs haupt-fächlich der Entwickelung der Malerei zuwendete, fpäterhin das hiftorifche Relieffchuf, das den malerifchen Schmuck zum Theile erfetzte. Befonders productiv wardie Kaiferzeit, und unter den damals zur Blüthe gelangten Kunftzweigen muffen dieMofaik, die Glyptik und die Toreutik genannt werden. Bald gab es nun Samm-lungen mancherlei Art. Sulla und Cicero fammelten gefchnittene Steine. Fernerwerden Sammlungen murrhinifcher Gefäffe (aus Murrhafhein, Flufsfpath) erwähnt.In Bibliotheken pflegten Büften von Gelehrten, Dichtern und anderen berühmtenMännern aufgeteilt zu werden.
2) Mittelalter bis Neuzeit.
Im Mittelalter begannen die gelehrten Humaniften Italiens nicht allein den la6 -Schriften, fondern auch den Ruinen, Statuen, Gemmen, Medaillen und Münzen des Wlcde, ^ ,cbunsAlterthums ihre Aufmerkfamkeit zuzuwenden. Schon Cola dl Rienzo bemühte fich, claffifchendas alte Rom im neuen Rom aufzuziehen, die Monumente und Trümmer zu deuten,die Infchriften zu lefen und in einer Sammlung zu vereinigen 105 ). Petrarca war,fo viel wir wiffen, der erfte, der antike Münzen und Medaillen mit Leidenfchaftfammelte. Es war fein Stolz, Carl IV. 1354 einige Münzen römifcher Kaifer alsDenkmäler feiner Vorfahren zum Gefchenk zu machen. Francesco Squarcione brachtevon feinen Reifen durch Griechenland zu Anfang des XV. Jahrhundertes viele antikeKunftwerke, namentlich Sculpturen, in die Heimath 1(](; ). Nach dem grofsen Kirchen-Schisma hörte in Rom nach und nach das Kalkbrennen aus antiken Marmorwerkenauf. Die Alterthümer wurden mehr und mehr beachtet; Ausgrabungen fanden ftatt.Um die Mitte des XV. Jahrhundertes begannen die Mediceer in Florenz, fchonCojimo und dann fein Bruder Lorenzo Magnifico, im Palafte neben San Marco daserfte Mufeum anzulegen 107 ), das fich durch feine Schätze an antiken Sculpturen,gefchnittenen Steinen und Gemälden auszeichnete. Auch die aus demfelben Haufehervorgegangenen kunftfinnigen Päpfte, Leo X. und Clemens VII., legten Sammlungen,erfterer in der Villa Mediä auf dem Monte Pincio in Rom, an; er erliefs 1515 einBreve, das Raffael zum Auffeher über alle Ausgrabungen in und bei Rom bis aufden Umkreis von 10 Miglien ernannte 1(J8 ) und fomit das Schickfal der Alterthümerwefentlich in feine Hände legte. Nach und nach gehörten »zu der Pracht einesHerrn« nicht blofs Pferde, Hunde, Hofnarren und Poeten, fondern auch antike Kunft-werke, welche dann in ftattlicher Zahl in den Paläften der Matlei , BorgJiefe,Barberini, Farnefe u. f. w. Aufnahme fanden. Befonders beliebt war eine feriede Cefariy d. h. eine möglichft vollftändige Reihenfolge von Statuen und Büftender römifchen Kaifer. Bald wurden Kunftwerke des Alterthums in ganz Europagefammelt.
Damals fanden die Werke der Plaftik noch eine würdige Aufftellung, die ent-fprechend dem Geifte der Renaiffance vielfach an die urfprüngliche Bedeutung der
165) Siehe: Voigt, S. Die Wiederbelebung des claffifchen Alterthums oder das erfte Jahrhundert des Humanisnuis.2. Aufl. Berlin 1880-81. Bd. 1, S. 269, 4 7» 52, 66.
IGü) Siehe: Nagler, G. K. Neues allgemeines Künftler-Lexicon. Bd. 17. S. 192—195.
16') Siehe: Gsell-Fels, Th. Ober-Italien. Hildbnrghaufen 1872. S. 917.
168) Siehe: Kiinfl und Künfller des Mittelalters und der Neuzeit bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Herausg. vonR. DOHME. Leipzig 1877 fl*. Bd. 11, 2. S. 314.