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felben find als fchmiedeeiferner Roft conflruirt und mit durchbrochenen Gufseifenplatten belegt. Vier loth-rechte gufseiferne Pfoflen tragen für die Tiefe eines doppelten Büchergerüftes den gedachten Roft, welcherdas Auflager für das nächft folgende Büchergefchofs bildet. Längs der Büchergerüfte ift ein Lichtfchlitzvon 27 c ™ Breite vorhanden, welcher das Licht von oben nach unten voll durchfallen läfft. Um eindurchtreten durch den Schlitz zu verhüten, find längs denselben in 27 cm Höhe über dem FufsbodenSchutzftangen angeordnet; um die oberften Buchreihen bequemer erreichen zu können, bedient man fichder in Fig. n8 (S. 96) bereits dargeflellten Tritte, welche auf dem eifernen Boden leicht gleiten. Ueberverfchiedene andere Einzelheiten ift fchon im Vorhergehenden berichtet worden.
Die Bibliotheque nationale (früher Bibliotheque Imperiale) zu Paris befindet fich, *°8.
wie in Art. 45 (S. 61) bereits mitgetheiit wurde, feit 1724 im Hotel Mazarin und i V ^ lcin den nach und nach entftandenen Erweiterungen diefes Baues (fiehe den Ueber-fichtsplan in Fig. 67 , S. 62). Bezüglich der Entwickelung des ganzen Baues feiauf die unten genannten Quellen lsfl ) vervviefcn. Die Pläne Visconti s, welche für dieletzte Erweiterung ausgearbeitet worden waren, find nur theilweife zur Ausführunggelangt. Labrouße übernahm nach Viscontis Tode die Bauleitung (1854—75), undes rühren von ihm der Bau des grofsen Lefefaales und des grofsen Büchermaga-zins her.
Der grofse Lefefaal, welcher fchon in Art. 89 (S. 120) befchrieben, fo wie durch den dort bei-gefügten Grundrifs und Querfchnitt erläutert worden ift, wurde 1859 — 67 erbaut. Er hat eine centraleLage erhalten, um für die Bedienung möglichft bequem und um vom Strafsengeräufch möglichft entferntzu fein.
Die Sammlungsräume find lehr ausgedehnt. Der Beftand an Büchern ift etwa 3 Mill. Bände, dei-ner Manufcripte 150000 Stück; die geographifche Sammlung enthält 300000 Karten, Pläne etc.; dieKupferftichfammlüng befteht aus 8000 Bänden und 1 Mill. Blättern; der jährliche Zuwachs beträgt etwa50000 Bände. Bei diefen ungeheueren Beftänden ift die Bibliothek, ähnlich wie die des Britifh Mufeum,in 4 Abtheilungen gefchieden: gedruckte Bücher, Karten und andere geographifche Sammlungen, Manu-skripte, Medaillen, Antiken und Kupferfliche.
Aus dem Lefefaal gelangt man unmittelbar in das grofse Büchermagazin, welches nach dem Mufterdesjenigen im Britifh Mufeum zu London eingerichtet wurde und 900000 Bände enthält.
Ein Gerippe aus fchmiedeeifernen Stützen (4 Winkeleifen) in Hauptaxen von 3,00 und 8,21 " l trägtin 5 über einander folgenden Gefchoffen von je 2,3 1» Höhe Querrofte von Schmiedeeifen mit darauftigernden, durchbrochenen, gufseifernen Zwifchenböden. Das unterfte Büchergefchofs liegt unterhalb desEinganges vom Beamtenraume und entfpricht der Erhöhung deffelben über dem Leferaum; im betreffendenKellerraum find zwei Schienengleife angelegt, welche zu den in den Lichtfchächten hinter dem Beamten-raume aufgehellten Aufzügen führen. Ein Gang in der Mitte dient als Arbeitsraum, in welchem Arbeits-plätze eingerichtet find und an deffen beiden Seiten Lauftreppen, fo wie kleine Aufzüge vorhanden find.Die Tiefe für ein doppeltes Büchergerüft beträgt 80 cm 5 die Gcrüfle und die Buchbretter beliehen ausHolz. Jede Hauptaxe der Büchergerüfte ift dreigetheilt, fo dafs fich für jedes Fach das Längenmafs von1)07 m (von Mitte zu Mitte) ergiebt. Die Schlitze der gufseifernen Platten, welche die Zwifchenbödenbilden, find in der Längsrichtung angeordnet (fiehe Fig. 115, S. 95); wo fie in der Querrichtimg ange-bracht werden mufften, find dünne und fchmale Kautfchuk- oder Kamptulikon-Läufer gelegt, um beimGehen nicht zu fallen.
Die Erhellung des Büchermagazins erfolgt ausfchliefslich durch Deckenlicht; bei dunklem Wettergenügt fie indefs für die unteren Gefchofle nicht. Lichtfchlitze und Schutzftangen find in der Weife, wiein der Bibliothek des Britifh Mufeum zu London angebracht. Ueber den Schlitzen find, wie fchon in Art. 67(S. 94) angedeutet, um ein etwaiges Durchfallen der Bücher zu verhindern, Drahtgeflechte angebracht.Die Schutzftangen werden nicht beftiegen; will man die oberften Buchreihen erreichen, fo bedient manfich der in Fig. 117 (S. 96) dargeflellten Holzfchemel, welche leicht gleitend auf dem eifernen Roft fort-bewegt werden können.
In den längs der Strafsenfronten angeordneten Bücherfälen, welche durch maffive Decken in mehrereStockwerke getheilt find, lind die Büchergerüfte in Holz conflruirt und durch ausgekragte Galerien (fieheArt - 6 7> S. 93) in den oberen Theilen zugänglich gemacht.
,89 ) MONTREUIL, T. La bibliotheque nationale etc. Paris 1878.
Des bibliotheques fubliques. Revne gen. de Varch. 1849—50, S. 415.Handbuch der Architektur. IV. 6, d.