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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Je nach Erfordernifs und den Betriebsmitteln entfprechend werden noch kleineBücheraufzüge, bisweilen auch Perfonenaufzüge vorgefehen. Ob die Ausführung dereinen oder der anderen Art von Aufzügen zweckmäfsig ift, wird von der verfüg-baren Beamtenzahl abhängen.

Handaufzüge, welche nur zum Heben geringer Bücherlaften zu benutzen find,bedingen bei ihrer Anlage, dafs in jedem durchfahrenen Gefchofs beftimmte Beamtevorhanden find, welche den Aufzug bedienen; ift folches nicht der Fall, fo wirddie beabfichtigte Erleichterung des Dienftes, d. h. das rafche Erledigen der Auf-träge und das Vermeiden von unnöthigem Treppenfteigen, nicht erreicht.

Unter diefer Vorausfetzung ift z. B. der Dienft in der Bibliothek des Britifh Mufeum zu Londonund in der Bibliothequc nationale zu Paris eingerichtet. In jedem Gefchofs befindet fich ein Beamter,

welcher während der Dienftftunden fich dauernd dafelbft aufhält und dieFi g- I2 °- erforderliche Bedienung des Aufzuges beforgt, ohne eine Treppe zu betreten.

Zwei Handaufzüge, der eine aus der Bibliothek desBritifh Mufeum zu London, der andere aus der Univerritäts-

Bibliothek zu GöttingenFig- 1.21. herrührend, find in Fig. 120

u. 121 dargeftellt.

Der erftere befteht auseinem kleinen Aufzugskaften, dei-nen an einem 7 cm breiten Leder-riemen auf- und abbewegt; ander Seite ift ein Führungsfeilangebracht. Das Gerippe desKaftens befteht aus 15 mm ftarkenEifenftäben mit Zwifchenthei-lungen aus Draht; die Boden-platte fowohl, als auch die Eifen-theile find mit Leder überzogen.In der Bibliothek des BritifhMufeum find viele derartige Auf-züge vorhanden, welche der ge-ringen Beladung wegen fchnellbewegt werden können. Damitfich die Beamten rafch untereinander verftändigen und Aufträge auf Zetteln einander fchnell zu-teilen können, ift im Fahrfchacht jedes Aufzuges die in Fig. 120 veran-schaulichte Einrichtung angebracht, bei der mit Hilfe eines an einer LeineHandaufzug in der Bibliothek hängenden Federfchneppers die Zettelbeförderung bewirkt wird,des Britifh Mufeum zu London. Der Göttinger Handaufzug in Fig. 121 ift den in der Bibliothequc

nationale zu Paris vorhandenen nachgebildet. Derfelbe ift doppelt unddas Seil, an dem der Aufzugskaften hängt, oben und unten über Seilfeheiben geführt. Das Kaftengerippebefteht aus 13 mm ftarkem Rundeifen mit Blechboden; fämmtliche Conftructionstheile find mit Leder über-zogen. Die Vorderfeite des Kaftens ift offen und nur im unterften Theile durch einen 13 cm hohenLederftreifen abgefchloflen; im Inneren ift an der einen Seitenwand eine Tafche zur Aufnahme vonZetteln angebracht. Die Führung des Kaftens gefchieht durch vier Paar Meffingdaumen, welche umT-Eifen fafTen (fiehe die Theilfigur).

Kleinere Bibliotheken, welche nicht über eine annähernd fo grofse Zahl vonHilfs- oder Unterbeamten verfügen, wie die eben betrachteten grofsen Inftitute,werden in der Anwendung von Handaufzügen befchränkt bleiben; dagegen wird esfür diefelben zweckmäfsig fein, Perfonenaufzüge einzurichten, welche durch die dienft-thuenden Beamten, unter Mitnahme der auszuwechfelnden Bücher, befahren und

Handbuch der Architektur. IV. 6, d. 7

llandaufzug in der Univerfitäts-Bibliothek zu Göttingen.