82
neuen Magazinsbauten der Stadtbibliothek zu Frankfurt a. M. ein Belegungsplanausgearbeitet und zu diefem Ende eine Zählung der Beftände, fo wie eine Vermeffungder vorhandenen Büchergerüfte vorgenommen worden ift; das Ergebnifs war, dafsauf lqm Anfichtsfläche der Büchergerüfte durchfehnittlich 102 Bände (landen.
Man kann auch den Gilbei't fchen Ausführungen zuftimmen, wonach die Faffungs-kraft unferer Bibliotheken im Laufe der Zeit fich verfchieben wird; »denn je mehrfich diefelben mit den neueren Erzeugniffen der Buchdruckerkunft füllen und je ge-ringer dem entfprechend die Quoten der mächtigen Formate von Folianten undQuartanten des XV., XVI. und XVII. Jahrhundertes in der Gefammtzahl der Bändewerden, defto gröfser wird fich auch die Zahl der Bände (teilen, die fortan auf 1 qmkommen werden.«s6 - Von entfeheidender Bedeutung bei Bemeffung der Büchergefchofshöhen ift die
der Buch- Höhe der Buchreihen nach der Verfchiedenhcit der in Art. 51 (S. 77) bereitsreihen. genannten drei Formatclaffen. Eine feft begrenzte Normalhöhc ohne zu grofseSchwankungen läfft fich nur bei Ociav bemeffen; in den weitaus meinen Fällenerweist fich eine lichte Höhe von 25 cm a ls ausreichend; 23 cm können leicht zuknapp werden, und 27 cm werden nur in den allerfeltenften Fällen erforderlich. BeiFolio und Quart zeigen fich grofse Schwankungen. Die gewöhnlichfte Höhe be-trägt nach Steffenhagen 88 ) für Folio-Reihen 45 cm und für Quart- Reihen 33 cm ;aufserdem kommen Höhen von 37, 39, 41, 43, 47, 49, 51, 53 und 55 cm für Foliound 31, 35, o7 und 39 cm fij r Quart vor. Die gröfste Höhe überfteigt alfo inkeinem Falle 55 cm für Folio und :59cm für Quart. Petzholdt verlangt 89 ) für Folio 57,Quart 42 und Octav 28 cm Normalhöhe, und zwar »eher etwas mehr, als weniger.«
Die grofsen Formate werden in der Regel in den unteren Reihen, die Octav-bände und die kleineren Formate, die mit zum Octavformat gerechnet werden, inden oberen Reihen untergebracht. Es gefchieht dies dann entweder in der Weife,dafs man in jedem Büchergefchofs die Trennung der Bücherreihen nach den be-kannten drei Formaten vornimmt, oder dafs man in einem durchgehenden Bücher-gerüft das unterfte Büchergefchofs für die Werke grofsen Formats und die übrigenGefchoffe für die Bücher kleineren Formats bellimmt.
Letztere Anordnung findet fich z. B. in der Grofsherzogl. Huf- und Landesbibliothek zu Karlsruhe,wo der 7,« m hohe Bücherraum durch zwei hölzerne Zwifchenböden (in der Höhe von '2,70 und 5,31 "'über dem unterften Fufsboden) getheilt ift, fo dafs die einzelnen Büchergefchofle, einfchl. Sockel und Ge-fnns, je 2,49 '" Höhe erhielten. Das unterfte Gefchofs enthält die Werke grofsen Formats, das zweite unddritte Gefchofs die Bücher kleineren Formats.
57- Die Buchreihen eines Büchergerüftes gehen nicht ununterbrochen durch, fondern
de l r c es werden durch lothrechte Zwifchentheilungen oder Gerüft-ZwifchenwänÖe einzelneBücherfache. Fache gebildet. Ks ift im Intereffe des Bibliothekbetriebes erwünfeht, diefen Fachendurchweg eine gleiche Weite zu geben , und es empfiehlt fich dafür das Mafs von0,!) bis l,o m . Der gleiche Abftand der lothrechten Gerüft-Zwifchen- oder Scheide-wände von einander erleichtert unausbleibliche Umftellungen in hohem Mafse; dennletztere können alsdann ohne nennenswerthe Ueberwachung durchgeführt werden,da die Arbeit eine rein mechanifche ift.s 8 - Die Höhe der Büchergefchofle, d. i. der lothrechte Abftand der fie trennenden
Höhe . .
der Zwifchenböden, bezw. der Galerie-Fufsböden, follte fo gewählt werden, dafs manBüchergefchofle. auch die oberften Buchbretter leicht und ficher ohne Leitern, Tritte oder andere
88) A. a. O., S. 8.
s! ') In: Katechismus der Bibliothekenlehre. 3. Aufl. Leipzig 1877. S. 36.