79
fo gut wie ausgefchloffen. Eine weitere Ausbildung hat die in Rede flehende Be-leuchtungsweife bei den baulichen Erweiterungen der Bibliotheque nationale zu Pariserfahren, welche nach dem Tode Viscontis, des erften Architekten der Bibliothek,durch Labroußc zur Ausführung gekommen find. Neben dem grofsen Lefefaal wurdeein Büchermagazin für 900000 Bände hergeftcllt, welches fich innerhalb vier ftarkerMauern befindet, die ohne feitliche Lichtöffnungen geblieben find; die Beleuchtungdes Saales erfolgt in der ganzen Ausdehnung der Deckenfläche; die Büchergerüftehaben 5 Gefchoffe von je 2,s m Höhe; doch reicht an dunkeln Tagen die Beleuchtungnicht völlig aus.
Deckenlichter haben bekanntlich den Nachtheil, dafs bei ftarkem Sonnenfcheindie unter ihnen befindlichen Räume in beinahe unerträglicher Weife erwärmt werden.In Büchermagazinen Hellt fich in den oberften Büchergefchoffen diefer Mifsftandgleichfalls ein, wenn nicht entfprechende Vorforge dagegen getroffen ift. Dazu ge-hört vor Allem, clafs ein inneres Deckenlicht und in entfprechendem Abftandc dar-über ein äufseres Dachlicht angebracht und der Zwifchenraum zwifchen beiden aus-reichend gelüftet wird 84 ). Noch vortheilhafter würde es fein, von der Anordnungliegender Deckenlichter ganz abzufehen und auf den Dachfirft eine entfprechendhohe Dachlaterne aufzufetzen, durch deren lothrcchte Seitenwände das Tageslichteinzufallen hätte.
Ganz zweckmäfsig hat fich in nicht feltenen Fällen die gleichzeitige Anwendungvon Seiten- und Deckenlicht bewährt; einige der neueften Bauausführungen habeneine folche gemifchte Beleuchtung erhalten, und das damit erzielte Ergebnifs ift einvöllig zufriedenftellcndes. So z. B. gefchicht in den Univerfitäts-Bibliotheken zuHalle, Greifswald und Kiel die Beleuchtung im Allgemeinen von der Seite her; dochwird der durchlaufende Mittelgang mit den Treppenanlagen durch Deckenlichterhellt.
Vis wurde bereits in Art. 43 (S. 55) auseinandergefetzt, dafs fich in denBücherfälen eine günftige Raumausnutzung nur dadurch erzielen läfft, dafs man dieBüchergerüfte in der Querrichtung derfelben (winkclrecht zu ihren Längswänden) geniae.aufftellt und fie von beiden Seiten zugänglich macht; dadurch entftehen doppelteBüchereerüfie, welche als raumtheilende Scheidewände auftreten. Die Entfernungen,in denen diefe Gerüfte angeordnet werden, find bald gröfser, bald kleiner gewähltworden. Je geringer diefe Entfernung ift, defto günftiger ift felbftredend die Aus-nutzung des betreffenden Saales und umgekehrt. Bei der üblichen Tiefe der Bücher-gerüfte dürfte als kleinftcs Mafs die Axenweite von 2,o m anzuflehen fein; es bleibtalsdann zwifchen je zwei benachbarten Büchergerüften noch ein Laufgang frei, derbreit genug ift, um einen leidlich bequemen und ungehinderten Verkehr zu ermög-lichen : die Benutzung von Auffteigevorrichtungen (liehe Art. 68) ift hierbei eigentlichfchon ausgefchloffen.
Will man den Verkehr etwas freier und bequemer geftalten, fo mufs man dieAxenweite bis auf etwa 2,5 m ausdehnen. Da aber in vielen deutfehen und öfter-reichifchen Univerfitäts-Bibliotheken die Büchermagazine nicht nur von den Bibliothek-beamten, fondern auch von den Universitätslehrern und anderen Gelehrten betretenwerden, fo empfiehlt es fich , durch Wahl noch gröfserer Axenweiten die Möglich-keit der Anordnung von Arbeitsplätzen zu befchaffen. In folchen Fällen hat man
53-
Stellung
der Bücher
s*) Vergl. hierüber auch Theii III, Band II, Heft 3 (Abth. III, B, Abfchn. =, C, Kap. :• : Verglaste Decken und Decken-lichter) diefes 'Handbuches-.