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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Vom XIV. Jahrhundert an entftanden die Univerfitäts-Bibliotheken, wie in Prag, Heidelberg, Leipzig.In Italien lammelten befonders die Mediceer und ichufen die Laurentiana zu Florenz. In Rom entftanddurch Nicolaus V. und Sixtus V. die Vaticana, in Ungarn durch Mathias Corvinus die berühmte Corvina,in Mailand die Ambrofianifche Bibliothek u. f. w. 41 ).

Mit der Erfindung der Buchdruckerkunft begann auch für die Bibliothekeneine neue Zeit; denn von diefem Augenblicke an war die Bildung einer Bibliotheknicht mehr mit fo vielen Schwierigkeiten und fo bedeutenden Koften verbunden, wiein früherer Zeit. Durch das Aufheben verfchiedener Klöfter in Folge der Reformationfielen deren Bibliotheken entweder den Städten und Kirchen oder den Landesherrenund gelehrten Bildungsanftalten zu, welche die erhaltenen Schätze zu JedermannsGebrauch aufftellen und ordnen liefsen. Allein es erfolgte auch die Gründung neuerfiirftlicher und ftädtifcher Bibliotheken.

Der dreifsigjährige Krieg, wie die Napoleon te\\en Beraubungen haben dendeutfchen und italienifchen Bibliotheken empfindlich gefchadet; dennoch entftandenim XVIII. und zu Beginn des XIX. Jahrhundertes bedeutende Bibliotheken, fo z. B.jene zu Göttingen (1737), zu Bonn (1818) etc.

Einige deutfche Städte gründeten fchon im XVI. Jahrhundert ftädtifche Biblio-theken (Hamburg 1529), welche fich jedoch mit wenigen Ausnahmen als nicht lebens-fähig erwiefen. Ramfays Leihbibliotheken verforgten in fpäterer Zeit die Bürgermit billigem und erwünfchtem Lefeftoff.

Erft in den Jahren 184849 begann auf diefem Gebiete die grofse reformatorifcheThätigkeit ziemlich gleichzeitig in England und Amerika. Manchefter und Liverpooleröffneten ihre Volksbibliotheken im Jahre 1852; dreifsig Jahre fpäter zählte Grofs-britannien 100 Volksbibliotheken {public libraries , free libraries)\ 1890 hattenwenigftens 40 Städte namhafte Volksbüchereien. Manchefter hat den erften Rangerreicht-, 1890 wies feine Bibliothek 1560000 Benutzungen auf, weit mehr als dieBibliothek des Britifh Mufeum zu London und die Bibliotheque nationale zu Paris 42 ).In Nordamerika übernahm 1848 Bofton die Führung; die Bibliothek dieferStadt zählt gegenwärtig 600000 Bände und gehört zu den gröfsten Büchereien derWelt. New-York befitzt 4 und Baltimore 3 grofse Bibliotheken; die kleineren Städtehaben faft durchwegs ihre Büchereien, die verhältnifsmäfsig eben fo ftark benutztwerden, wie diejenigen der grofsen Culturcentren.

In Deutfchland begann die Bewegung wenige Jahre nach der englifch-amerika-nifchen Reform; indefs laffen die Ergebniffe derzeit viel zu wünfchen übrig. Da-gegen hat Paris feit 1860 grofsartige Erfolge aufzuweisen; im Jahre 1890 erzieltendie Parifer Volksbibliotheken 2 Mill. Benutzungen, während die eben erwähnte grofseNational-Bibliothek nur 1 J2 Mill. Benutzungen in der Stadt verzeichnet 18 ).

Die Mittelmeerländer befafsen fchon im Alterthum Bibliotheken mit mehrerenhunderttaufend Manufcripten, welche ausfchliefslich den gelehrten Ständen dienftbarwaren. Die chriftlichen Culturftaaten blieben in Bezug auf Menge und Werth desaufgefpeicherten Materials weit hinter diefen Vorbildern zurück. Erft mit dem Buch-druck kam für die Bibliotheken eine neue Zeit; deffen ungeachtet blieben die meidenBüchereien nach heutigen Begriffen befcheiden. Im XVII. Jahrhundert befafsen die

41 ) Nach: BROCKHAUS, a. a. O.

42) England geftattete im Jahre 1850 gefetzlich die Bildung von Volksbibliotheken in allen Städten über 5000 Ein-wohner gegen Eihebung eines Steuerzufchlages. Nach dem Rapport de la commifßon des bibliotheques (Paris 1883) befafsEngland fchon damals 85, Schottland 10 und Irland 1 derartige Bibliothek; die gröfsten waren jene in Manchefter (mit jährlichmehr als 970000 gelefenen Bänden) und in Liverpool (mit jährlich über 512000 gelefenen Bänden).

^3) Nach: Reyer, E. Entwicklung und Bedeutung der Volksbibliotheken. Deutfche Rundfchau 1892, S. 133.

Umfang.