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selben Künstlers nach Leonardo's „Abendmahl" bewundereich auch mehr die Kühnheit des Unternehmens, als denErfolg; gelungener ist ein Stich nach einem neuen Gemälde„Die Kreuzabnahme" von Rotermund. Ludwig Friedrichin Dresden hat das sehr seltsame Bild von Gönne „Bren-nende Erinnerungen", dessen ich an anderer Stelle erwähnte,sehr fleissig und sehr ausgeführt radirt, ohne dass mir dieBehandlung den Gegenstand schmackhafter machen könnte;desselben Künstlers Stich nach einem Bilde von LudwigRichter „Brautzug im Frühling" ist ebenfalls sehr fleissiggearbeitet, aber nicht recht erfreulich, weil er die Trocken-heit und Härte des Originals wo möglich noch verstärktwiedergiebt. Wundersam fein und schön sind die ganzkleinen Radirungen von H. Bürkner in Dresden, dem vor-trefflichen Holzschneider, nach einigen Meisterwerken inder Dresdener Gallerie, man wird in dieser Art nicht leichtetwas Schöneres finden. Ein „Christus am Kreuze" nachDürer von Langer in Dresden ist ein feines Blättchen, abergar trocken, was indessen das Original wohl auch ist. Er-freulicher ist desselben Künstlers Stich nach einer Zeichnungvon Wislicenus „Auctumnus". ,
Ein besonderes Fach der Kupferstecherkunst, die Ra-dirung, ist in den sechziger Jahren nach langer Vernach-lässigung mit erneutem Eifer und schönen Erfolgen wiederaufgenommen worden. Die Franzosen und Engländer gehenmit gutem Beispiele voran und haben .sehr Anerkennens-werthes geleistet. Es wäre zu wünschen, dass unseredeutschen Maler, besonders die Landschafter, die Technikdes Radirens mehr übten. In beiden vorigen Jahrhundertenist von Maler-Radirern so viel Hübsches geschaffen wordenund in unserer Zeit verhältnissmässig so gar wenig. Eswird wohl nur darauf ankommen, dass sich ein grösseresPublicum für solche Arbeiten finde, wie bisher, und dieRadirnadel bei unseren Künstlern wieder beliebt zu machen,denn es ist eine unverkennbare Erscheinung, dass die neueredeutsche Kunst alles leistet, was man von ihr verlangt und