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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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dessen behalten solche Zusammenstellungen doch immeretwas Gezwungenes, sie geben kein nur irgend wahrschein-liches Bild.

Sehr wunderlich erscheint eine Folge von Composi-tionen, in welchen an einer Art von novellistischem Fadendie traurigen und gräulichen Folgen des Krieges darge-stellt sind. Die dargestellten Zustände und Begebenheitensind ganz modern und durchaus realistisch aufgefasst, aberin jedem Bilde erscheinen als Zugabe zwei gar nicht dazugehörige Figuren, der Künstler an der Hand einer idealenweiblichen Figur, vielleicht der Phantasie, welche ihm dieScene zeigt. Der verstorbene Autor dieser Blätter, Arthurvon Grottger aus Wien, zeigt sich darin als einen gutenZeichner, zugleich aber auch ein schlagendes Beispiel vonder Gedankenverwirrung, die bei den Künstlern gegenSchluss der sechziger Jahre zu herrschen beginnt, welchedie nothwendigen Grenzen der Kunst verkennen und durch-brechen zu können glauben.

Die vorstehend geschilderten Werke führen uns dannzu dem erzählenden Genrebilde hinüber, welches eine be-sondere Specialität der neuen deutschen Malerei ist. Manhat von dieser Specialität manchmal etwas geringschätziggesprochen. Die einseitige Gunst, welche sie bei demgrösseren Publicum gefunden, das nicht immer sehr genauunterscheidet und Geistreiches und Triviales mit gleicherFreude geniesst, mag eine herbe Kritik dieses Genres ei-niger Maassen berechtigt haben. Ohne Zweifel bringt die„Anekdotenmalerei" viel fades und schwächliches Zeugzum Vorschein, welches um so unerquicklicher ist, als eshäufig mit einer ganz handwerksmässigen Mache vorge-tragen wird. Ein Mittelgut dieses Genres herzustellen, er-fordert weder viel Geist noch grosse Geschicklichkeit undwird wirklich massenhaft producirt, so dass man auf man-chen unserer Kunstvereins-Ausstellungen den unangenehmenEindruck einer Alles durchdringenden und beherrschendenPhilisterhaftigkeit empfindet. In Düsseldorf wird besonders