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Bildern. Sie sind so fein, so duftig- von Farbe, dass manstrengere Ansprüche an die Form gern aufgiebt.
Wie aber könnte ich, wenn ich von den Malern be-richte, die malen können, des Meisters Oswald Achenbachvergessen, der mit bewundernswerthem Geschick und schein-barer Leichtigkeit die schwierigsten Aufgaben glücklichlöset und dem unter der Virtuosität des Vortrages niemalsder Wahrheitssinn abhanden kommt! Die wundersamstenEffecte des Lichtes und der Farbe sucht er auf, wie in der„Abenddämmerung in Torre del Greco" wie in der „Nacht-scene"; solche selbst, die nur einen flüchtigen Augenblickhalten, und er weiss sie uns immer mit einer durchausüberzeugenden, Glauben erzwingenden Wahrscheinlichkeitvor Augen zu stellen; wie der Rücksichtsloseste der „Rea-listen" fasst er ein beliebiges Bruchstück aus der trivialstenNatur auf, wie in dem „Festtag in Subiaco", aber er ver-breitet einen Hauch von Grazie und Farbenpoesie darüber,der uns hinreisst, als sähen wir das Wichtigste, Interessan-teste und Schönste. Wenn nach der neuesten FormelMalen heisst: „die malerische Erscheinung der Natur wieder-geben", so wäre denn wahrlich hier dieses Programm voll-ständig erfüllt.
Neben den Virtuosen (im besten Sinne des Wortes),die ich bisher genannt, tritt aber noch ein Meister einesbesonderen Faches auf, ganz bescheiden und schlicht, undsein Werk ist in dem Wüste der grossen Ausstellung wohlvon nur Wenigen hinreichend beachtet und ganz nachseinem Werthe geschätzt. Das ist der ArchitekturmalerKarl Graeb in Berlin. Sein Bild „das hohe Chor der St.Georgscapelle in Tübingen" ist ein wahres Wunder durchdie Verbindung der subtilsten Ausführung bis in's Einzelstemit einer schönen, klaren Farbe und ruhiger, einheitlicherWirkung. Alte holländische Meister haben in diesem Genresehr Bemerkenswerthes geleistet, wovon die Liebhaber derCabinetsmalerei viel zu erzählen wissen, aber hier ist nochviel mehr, hier ist die Schwierigkeit so vollständig über-