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„Maler" man doch wohl auch nicht bestreiten kann, ist indieser Ausstellung mit seiner „Maria Stuart" nicht sehrglücklich vertreten. Das Bild ist theatralisch aufgefasst und. lässt kaum errathen, um was es sich eigentlich handelt,obschon es wohl die Verkündigung des Todesurtheils andie unglückliche Königin darstellen soll. Es macht denEindruck, als wäre das Ganze nur um der schönen Costu-mes willen gemalt und gewisser Maassen aus diesen ent-standen; es ist aber von grosser coloristischer Wirkung, undwer viel Gewicht auf die technische Kunst mit Pinsel undPalette legt, wird nicht ohne Bewunderung die Behandlungder rothen Stoffe an dem Kleide des vermuthlichen GrafenLeicester, so wie die der mit Gold eingelegten Rüstungeiner der anderen Personen betrachten.
„Die Jagd nach dem Glück" von R. Henneberg hätteich eigentlich unter die Curiosa einreihen sollen, denn demGedanken nach und der Weise, wie derselbe zur Erschei-nung kommt, gehört dieses Bild unter die wunderlichen.Aber unter den Coloristen ist dieser Künstler auch nichtzu übergehen, denn er ist in der That ein Meister in derFarbe und Behandlung. Die farbigen Contraste und Effectein diesem Bilde sind zwar etwas „billig", wie man unterKünstlern zu sagen pflegt, das heisst, die Combinationensind nicht gerade neu, die Gegensätze sind die einfachen,hundert Mal gebrauchten und die dadurch erzielte Farben-wirkung nicht eben originell, aber das Recept, wenn ichso sagen darf, ist doch mit grosser Geschicklichkeit in An-wendung gebracht.
Zu den Malern, die malen können, werde ich dannauch noch die Portraitmaler Gustav Richter und A. Begasin Berlin zählen dürfen, ohne dass man mir wiedersprechenwird. Das Bildniss einer ältlichen Dame mit grauen Haarenund blassem Teint, in einem silbergrauen Seidenkleide ist,was Ton und Behandlung betrifft, von der allergrösstenFeinheit und von origineller, ansprechender Wirkung.Auch Julius Schrader in Berlin kann malen, doch ist sein