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eifer beweisen, dass der Höhepunct um diese Zeit nochnicht erreicht ist, geschweige denn überschritten. Die Fort-schritte sind unverkennbar, wenn sie auch nicht in derselbenRichtung fortgehen, in welcher die Anfänge begonnenwurden.
Die bildende Kunst ist weder allein in dem dichtendenGeiste, noch in der schaffenden, formenden Fähigkeit; beideeinander entsprechend, bringen das Höchste und Schönstehervor. In dem dichterischen Theil ihrer Aufgabe hat dieneue deutsche Kunst fast Hohes erreicht, und es scheintfast, als ob die Kraft bereits bis zu ihren Grenzen gelangtsei; aber der bildenden, formenden Thätigkeit ist noch einweites Feld offen, und die beinahe täglichen Fortschrittezeigen, dass das Talent noch lange nicht erschöpft ist.
Mit den Fähigkeiten steigert sich das Erkennungsver-mögen, an dem Geleisteten bildet sich das Urtheil über daszu leistende und bezeichnet die Grenze immer weiter hinaus;der strebende Künstler muss den gestrigen Standpunct füreinen überwundenen halten, selbst wenn er sich in dieserMeinung irren sollte, und die deutschen Künstler hegen amSchluss der fünfziger Jahre diese Meinung.
In allen Schulen zeigt sich um diese Zeit der lebhaf-teste Wetteifer und die damals überall eingetretene Lösungvon der akademischen Zunftverbindung (mögen die Aka-demiker mir das Wort verzeihen, es ist noch höflicher, alswenn ich Coteriewesen gesagt hätte, was wahrer ist) giebtjedem Talente den freiesten Raum, sich zu bilden und zubethätigen. Die Akademieen, welche bei uns nie ganz waren,was sie sein sollten, sind geworden, was sie sein können:Schulen für Schüler und erfüllen ihren Zweck.
Eines nur ist zu befürchten für den Fortschritt unsererKunst: dies ist das Ueberhandnehmen materialistischer An-sichten und die einseitige Hingabe an die materielle Seiteder künstlerischen Thätigkeit, das Verläugnen des Geistesund der Schönheit, denn ohne Geist und Schönheitsgefühlist die Kunst nur ein schwierigeres Handwerk.