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das Gegenständliche macht nicht mehr Anspruch auf Natur-wahrheit und Wirklichkeit, es ist nur Form und Trägerfür Gedanken und Empfindung. Viele dieser meisterhaftgezeichneten Blätter sind unübertrefflich in ihrer Art; dietiefste Empfindung drückt sich in der schönsten und voll-endetsten Form aus. Obgleich eine gewisse stylistischeAehnlichkeit in allen diesen Darstellungen vorhanden ist,sind sie doch von der grössten Verschiedenheit nach Inhaltund Form. Die Gefühlsstimmungen, angeregt durch diebiblischen Motive, sind die allerverschiedensten, und ebenso die ihnen entsprechenden Formen. Die lieblichste Heiter-keit idyllischen Lebens, milde Trauer um den Abschieddes Vergänglichen, erhabener Aufschwung ahnungsvollerAndacht, das erschütternde Grausen vor dem tragischenWalten elementarischer Mächte spricht sich auf die charak-teristischste Weise aus. „Noah's Opfer", „Noah pflanztWeinberge", „Abraham's Begräbniss im Hain Mamre",„Die Sündfluth", „Man predigt von dem Namen des Herrnim Stamme Seth", und ganz besonders „Hagar und Ismaelin der Wüste" und derselben „Rettung durch den Engel"dürften die originellsten und gelungensten unter diesenschönen malerischen Gedichten sein. Das letztgenannte istmeines Wissens die einfachste, grossartigste und ergrei-fendste Darstellung unter den zahlreichen Darstellungendieses oft behandelten Gegenstandes. Die in Oel gemaltenFarbenskizzen zu den biblischen Landschaften können denEindruck, welchen die Carton's machen, nur schwächen.Derb und grell in Farbe und Behandlung, wirken sie nochungünstiger durch die geschmacklose Einrahmung paar-weise in schwarzen Leisten mit goldener Inschrift.
Der Künstler hat später eine Anzahl der eben be-sprochenen biblischen Compositionen, welche als Zeich-nungen einen so wohl verdienten Beifall gefunden haben,in etwas veränderter Form gemalt. Dass diese Bilder durchdie Uebersetzung in Farben und durch die malerische Be-handlung viel gewonnen haben, möchte ich nicht behaupten;