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Damen einer dritten ein Besuch abstatten, ein Modebild in• höherer Vollendung, so dann, aber auf viel geringerer Höheder technischen Vollendung, „Ein altes Pärchen" und „Einejunge Wittwe" von P. Arons, ferner eine gepuderte Schönein einem ovalen Fenster hockend, „Das Rendezvous" vonHelwig.
Reiches Colorit bei etwas schwankender, nicht rechtbestimmter Zeichnung und Modellirung, zeigt sich in Her-mann Brücke's „Herrenkind und Sclavenkind", worin derContrast zwischen einem weissen und einem farbigen Kindedas malerische Motiv bildet, und in „Der Hirt Faustulusmit den Kindern Romulus und Remus", welches ich ohneBedenken hieher und nicht unter die Historienbilder zähle.
Eine artige Genrescene würden O. Weber's „Schlitten-fahrende Kinder" sein, wenn nicht über dem Streben nachjener eigenthümlichen modernen Bravourmalerei und derDarstellungsweise, welche sich eine realistische nennt, ge-rade die eigentlich wirklich realistische Anschaulichkeit desGegenstandes verloren gegangen wäre.
Durch die malerische Fremdartigkeit der Gegenständeinteressiren einige Bilder aus dem Orient, wie „Volk voreiner Moschee in Kairo", von W. Gentz, „Ein türkischesCaffee" von L. Güterbock und die „Ansicht der süssenWasser am Bosporus" von H. Kretzschmer; nicht ohneVerdienst ist auch eine römische Kirchenscene, „Der Car-dinal Pönitentiarius" von Wieder, von freilich grosser Wahr-heit, jedoch aber auch von noch grösserer Nüchternheit derAuffassung.
Unter den Virtuosen in der Malerei, welchen es mehrauf das Wie ankommt als auf das Was der Darstellung,nimmt Ludwig von Hagn in München einen hohen Rang ein.
„Eine Wechselverschreibung" hat noch ein psycho-logisch charakteristisches Interesse, es sind eine Handlungund Personen dargestellt; der junge Cavalier und der alteJude sind charakteristische Persönlichkeiten. So ist in ge-ringerem Maass auch „Der Alchymist" ein anziehendes Bild,