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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Nach einer Seite hin macht unter den Berliner Bilderneins eine Ausnahme, es istDer letzte Segen", von Röder,einem im Jahre 1860 jung verstorbenen Künstler, von wel-chem mir ausser diesem Werke nichts bekannt ist. "Ver-wandt mit der neueren Richtung, welche damals in Berlinherrschte, ist es durch die Wahl des auffallend und absicht-lich trostlosen Gegenstandes, verwandt auch durch die aufeinen starken Effect zielende Malerei, ausgezeichnet aberdurch den tief gefühlten Seelenausdruck. Ein armer Fa-milienvater segnet sterbend die Seinen, das ist der Gegen-stand, welcher mit der grössten Wahrheit und in seinerganzen Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit fast lebens-gross dargestellt ist. Der Sterbende ist der Mittelpunktund die Hauptfigur des Bildes, auf welchem der ganzeNachdruck der Composition sowohl, als der Lichtwirkungliegt; die Armuth und Noth, welche aus jedem Detail desBildes spricht, die nüchterne Wahrheit, womit das Elenddarin geschildert ist, macht einen trostlosen, überwältigend-traurigen Eindruck, man wendet sich unwillkürlich vondieser Scene ab.

Wenden wir uns zu den Coloristen, den Meistern desPinsels und der Palette.

Wenn man gewisse moderne Pariser Maler spöttischerWeise Seidenhändler per Stück und per Elle genannt hat,so kann man Karl Becker in Berlin wohl als einen deut-schen Zunftgenossen derselben bezeichnen. Unter den Co-loristen ist er einer der vortrefflichsten und seine Werkegehören zu den Meisterstücken dieser Richtung. Sein BildEin römischer Senator" betitelt, ist ein einfaches Conver-sationsstück, der Gegenstand nichts und nur dazu da, schöneFarben und feine Töne harmonisch und wirkungsvoll zu-sammen zu stellen; diese Absicht aber ist im höchstenMaass erreicht. Ein kräftigeres und frischeres Colorit kannman nicht leicht finden, das Bild ist wie ein schönes Bouquet.

Was die Behandlung betrifft, so folgt diese, wie auchin den Bildern von Hagn's, den ich noch später erwähne,