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bewussten künstlerischen Colorit; ihr Autor steht auf einemanderen Standpunkte, als die bisher angeführten Genre-maler. Ich würde ihn unter die eigentlichen Coloristenzählen, wäre nicht in seinen Bildern neben der Farbe dasGegenständliche von doch noch grösserer Bedeutung. Ge-selschap's Kinderscenen sind ungemein reizend, es ist zwarnicht die feine individualisirende Charakteristik darin, wiesie z. B. Waldmüller's Kinderdarstellungen zeigen, aber eineganz herzige Naivetät und Anmuth.
Die Motive sind einfach, „Die Ueberraschung der Kin-der am St. Nikolaus-Morgen", welche erwachend vor ihremBette Geschenke finden, während die Eltern ihre Freudebelauschen, „Der Grossmutter Bilderbibel" (beides Nacht-bilder), „Die Kinder an der Wiege des Neugeborenen",Gegenstände, welche der Künstler mehrfach variirend wie-derholt hat. Geselschap ist ein grosser Meister in der Be-handlung künstlicher Beleuchtung; das Licht ist immerhöchst glänzend, bringt reiche Effecte hervor und ist dabeistets streng natürlich und wahr; die Contraste von zweistreitenden Lichtern sind immer sehr glücklich angewandt,wie z. B. in dem „St. Nikolaus-Morgen" das bläuliche Lichtder einbrechenden Dämmerung mit dem Lampenlicht strei-tend eine wunderschöne Abwechslung der Farbe im Bildehervorbringt. Das Colorit ist keineswegs, wie bei unserenmodernen Genremalern, ein rein naturalistisches, sondernim Gegentheil, im Sinne der älteren Schulen, auf eine be-stimmte kunstgemässe, harmonisch schöne und reiche Wir-kung gewählt und durchgeführt, die Haltung und Wirkungin Licht und Schatten ist ebenso künstlerisch geschlossenund abgerundet, Alles erinnert an die alte holländischeSchule, selbst die oft etwas stark lasirten Schattenmassen.
„Die Kinder an der Wiege", ein Interieur bei Tages-beleuchtung, ist ein wahrer Blumenstrauss von schönen Far-ben, von der herrlichsten harmonischen Wirkung, worinnur die dunkelsten Schatten vielleicht zu schwer erschei-nen; ich vermuthe, dass sie ein wenig nachgedunkelt sind.