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Uebrigen ist das Bild herzlich nüchtern, es ist nicht dieleiseste Spur von Humor darin.
Rudolf Jordan in Düsseldorf hat sich durch seine Dar-stellungen aus dem Fischer- und Lootsenleben an derholländischen Nordseeküste schon früh einen berühmtenNamen gemacht. Ich erwähne wegen der Beschränkungwelche mir der Raum des Buches auferlegt, nur einigeseiner Werke, welche wie alle von denen ich hier rede,vor dem Jahre 1861 entstanden sind. Sein „Sonntags-Ver-gnügen holländischer Seeveteranen" ist ein älteres Bild desbeliebten Meisters, giebt aber nur einen ungenügenden Be-griff von seiner Kunst; es ist hart und schwarz von Farbe,und der Humor, der aus der Darstellung des unendlichLangweiligen hervorgehen soll, ist eben ein ziemlich lang-weiliger Humor.
Ungleich bedeutender sind einige Werke des Künst-lers, welche späterer Zeit enstammen, „Eine Hochzeit aufder Insel Marken" und „Gebet der Fischerweiber auf derKlippe im Sturm, um Rettung der Ihrigen im Schiffbruch",ersteres ein Bild voll frischen lustigen Lebens; letzteres vonfast tragischem Pathos und dennoch wahr und ohne Ueber-treibung.
Jordan hat den besonderen Charakter des Volkes,welches er in fast allen seinen Bildern darstellt, auf's ge-naueste studirt und trifft die feinsten Charakterzüge; es istaber nicht zu läugnen, dass in den kleineren Begeben-heiten aus dem Leben dieser Leute der Localcharakternicht immer anmuthig erscheint; die zarteren Gefühle, wieMutterfreude, Liebesglück, Frommsinn und Mitgefühl, äussernsich in diesen derben Gestalten nicht eben glücklich; diestarken Leidenschaften, die Rüstigkeit und Thatkraft nursind es, worin ein solches Volk seinem Charakter recht an-gemessen erscheint. Malerisch sind aber diese Darstellungenimmer und, wenn auch manchmal etwas schwer von Farbe,alle höchst sorgfältig und gut durchführt.