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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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feiner Charakteristik der Personen und Zeit. Franz Schamsin Wien hatSchiller in der Karlsschule" gemalt, in demMomente, wo über der Vorlesung derRäuber" der Herzogplötzlich hereintritt, und die begeisterte Gesellschaft stört;das gut gemalte Bild erinnert sehr an die Darstellung des-selben Gegenstandes von v. Oer in Dresden.

Friedrich Pecht in München hat in einem grösserenBildeGöthe's Besuch am badischen Hofe mit den GrafenStolberg" geschildert und den Charakter der Zeit, der Per-sonen und ihrer Beziehungen miteinander gut getroffen.Bei allem individuellen Leben der dargestellten Personenhat der Maler die höfische Sitte und Mässigung eingehaltenund seine Darstellung erscheint wahr und überzeugend.Nur die Farbe des Bildes ist etwas zu durchscheinend undkörperlos, besonders in der Figur des Göthe, welcher,gegen den hellen Himmel gestellt, fast so aussieht, alsschiene die Sonne hindurch.

Ein ausserordentlich feines Bild istLavater und Lessingbei Moses Mendelssohn", von M. Oppenheim in Frank-furt a. M. Die Persönlichkeiten und ihre Beziehungen zueinander sind ganz vortrefflich dargestellt; mit einigerKenntniss der damaligen philosophischen Streitigkeitenglaubt man die Gespräche dieser Männer zu hören. Undso richtig, wie diese Persönlichkeiten aufgefasst sind, sofein und gediegen ist die Behandlung des Bildes.

Höhere Ansprüche im Aeusserlichen der Erscheinungmachen die vortrefflich gemalten grösseren Geschichtsbildervon Julius Schrader in Berlin:Cromwell am Sterbebetteseiner Tochter" undMaria Stuart reicht sich die Hostievor der Hinrichtung". In beiden Bildern ist eine höchsterregte Seelenstimmung ausgedrückt, in letzterem vielleichtnicht ganz ohne einige theatralische Steigerung. Die Farbebeider Bilder ist, wie in allen Werken des Meisters, schön,klar und kräftig, die Behandlung markig und virtuos;schade, dass der Glanz dieser Malerei durch die eigenthüm-liche Technik in kurzer Zeit durch Nachdunkeln der starken