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Übung gewährt würde. Der Kaiser widerstand sowohlBitten wie Drohungen, obgleich es die Deputirten an Zu-dringlichkeit nicht fehlen Hessen und er im Augenblickeohne Hülfe war; da langte plötzlich eine Abtheilung Cui-rassiere von Dampierre's Armee im entscheidenden Momentan, ritt in die Burg, die Dränger zogen sich zurück.
Im Bilde ist die Begebenheit auf eine lebendige undsehr verständliche Weise dargestellt; der Kaiser steht amTisch und wendet sich abweisend gegen die Andringenden,deren einer ihm die Feder zur Unterschrift aufdringen will,während ein anderer ihm mit herrischer Geberde und lauterRede die Nutzlosigkeit des Widerstandes zu bedeuten sucht.
Aber durch's Fenster sieht man bereits die zu Hülfekommenden Reiter, die kaiserliche Standarte weht im Hofe,die Trompeten schmettern, und die Deputation, bereitsängstlich und besorgt um den Ausgang, sucht in ihrenweniger kühnen Mitgliedern schon nach einem gesichertenRückzuge. Voll Schrecken deutet man nach dem Hofehinaus, an der Thüre bringt man Botschaft von dem, wasdraussen vorgeht, und Bestürzung bemächtigt sich der erstso Muthigen; der günstige Moment ist vorbei, das Schicksalhat sich entschieden.
Der Künstler hat vielleicht den „Rebellen" etwasweniger Würde gegeben und dem Kaiser etwas mehr Hel-denhaftigkeit, als sie in Wirklichkeit gehabt haben mögen;indessen ist er beiderseits nicht über das Maass gegangen.Der Kaiser besonders ist ihm wohl gelungen, eine bestimmtausgeprägte Persönlichkeit. Das blasse, schlaffe Gesicht istvielleicht ein wenig veredelt, die Haltung der Figur viel-leicht ein wenig zu energisch für den Mann, dessen grössteEigenschaft eine zähe Ausdauer, unbesiegbarer Eigensinnund kalte Grausamkeit war. Der Foliant mit der Inschrift„Concilium tridentinum", auf welchen der Kaiser die Handstützt, und das Crucifix auf dem Tisch, so wie die Urkunde,worin das Wort „Augsburger Confession" in grösseren Cha-rakteren lesbar ist, deuten wenigstens an, was der Künstler