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Und in der That ist das Bild in Bezug auf die Farbevortrefflich; es hat ein Colorit, welches zugleich an Veroneseund an Rembrandt erinnert, es ist zugleich höchst kräftigund äusserst fein, reich und durchaus harmonisch.
In der äusseren Erscheinung und auf den ersten Blickzeigt W. Lindenschmidt's grosses Gemälde: „Der Tod desFranz von Sickingen" eine grosse Verwandtschaft mit demeben genannten; Farbe und Behandlung sind ähnlich, jedochist die Farbe nicht so glänzend und fein, dagegen dieZeichnung des Einzelnen vielleicht etwas feiner und charak-teristischer. Ich sage: vielleicht, weil der grösste Theil desBildes in eine purpurbraune Finsterniss gehüllt ist, in welcherman nichts deutlich unterscheiden kann. Es gab eine Zeit,wo man in einigen deutschen Kunstschulen eifrig bestrebtwar, den Ton der alten classischen Meister nachzuahmen,ohne Rücksicht darauf, dass die tiefe dunkele Farbe dieserAlten meistens das Product des Alters, des Staubes undnachgedunkelter Firnisse ist und in den meisten Fällen vonden Autoren jener Werke selbst nicht anerkannt werdenwürde; es scheint, dass der Künstler dieser Tendenz nochhuldigt, wie es z. B. auch die Anhänger von Rahl in Wienthun. Aber man kann des Besten zu viel thun, und vorAllem, scheint mir, muss ein Bild sichtbar sein, sollte esselbst die ägyptische Finsterniss darstellen.
Wie in dem vorgenannten Bilde ist auch in diesemeine sehr mangelhafte Perspective; es scheint wenigstensso, jedenfalls kann der Beschauer den Standpunkt desKünstlers nicht treffen.
Bedeutend ist der Kopf des Sickingen, von ergreifen-dem Ausdruck und grosser Naturwahrheit. Eine sehr gutehistorische Composition desselben Künstlers stellt „Die Ver-sammlung der Reformatoren zu Marburg 1529" dar, einBlatt voll Lebert, voll Ausdruck und Charakter bei ge-schicktester Ausführung.
F. Martersteig in Weimar hat in einem figurreichenGemälde „Luther's Einzug in Worms" dargestellt. Bei viel