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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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dem, das Bild ist ein vortreffliches Kunstwerk, und derKünstler ist ein grosser Meister, grösser in seiner Mässigungund einfachen Wahrheitsliebe, als die meisten unserer mo-dernen Künstler und Kunstkenner sich gestehen mögen,welche sich gar zu gerne durch die Scheinfreiheit einerBravourkunst bestechen lassen und Virtuosität mit Genieverwechseln.

Und sollte nicht zu einer solchen Darstellungsweise,wie die Lessing's ist, in solcher Vollendung, wie sie indiesem Bilde erscheint, doch noch mehr wirkliche Kunst-bravour gehören, wie zu all den Kunststücken, womituns unsere Nachbarschulen blenden und verführen? Ganzgewiss!

Wenden wir uns von diesem schlichten Werke einesschlichten Meisters zu einem anderen grossen Geschichts-bilde, um ein ganz entgegengesetztes Verfahren zu be-obachten, zu dem „Galilei" von F. C. Haussmann.

Wieder der Galilei und sein „Epur", aber dieses Malspielt die Scene vor dem versammelten Concilium. Car-dinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Prälaten aller Art, Welt- undKloster geistliche, die ganze Armee der Kirche bis zumChorbuben herab, sitzen und stehen in reicher Gruppirungneben, ich hätte bald gesagt: auf, und in und unter einan-der, so unklar ist die Perspective im Bilde.

Chorkappen und Infuln, Chorhemden, Birete, Talareund Kutten von allen Farben, Teppiche und Vorhänge,Altarschmuck, Kreuze und Lichter, der ganze Apparatkirchlicher Feierlichkeit ist zusammen gebracht, und mittendrin steht der widerspenstige Ketzer, sieht sich ingrimmigum, ballt die Faust und ruft jenes Wort, welches so oft,passend und unpassend, ein Parteiwahlspruch geworden ist.Der Maler des Bildes hat jedenfalls mit seiner Darstellungdieser Geschichte ebenfalls Partei machen, und der KircheEins versetzen wollen; das ist unzweifelhaft, und wenn esrichtig ist, was schon häufig die Kunstweisheit behauptethat, dass wir aus der Geschichte nur Beispiele und Nutz-