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steht der Sachsenherzog da, ein Bild echtdeutschen Eigen-sinnes; der Kaiser ist im Begriff, vor dem wiederspenstigenVasallen niederzuknieen, während seine Gemahlin ihn andieser Herabwürdigung zu hindern sucht und, mit der Handnach oben deutend, auf Gottes Hülfe zu verweisen scheint.Mit ernsten Mienen stehen die Grossen und Ritter desHofes umher, bestürzt über die unerhörte Scene.
Der Künstler hat die äussere Erscheinung dieses Vor-ganges mit Sorgfalt der Zeit und Sitte gemäss darzustellengesucht; Costume und Waffen sind mit grossem Fleiss be-handelt. Ob sie durchaus historisch richtig sind, wage ichnicht zu entscheiden; mittelalterliche Trachten scheinen unsgar fremd, die Zeit, worin die Begebenheit stattfand, liegtuns sehr fern, und die Monumente aus derselben sind seltenund geben dem Forscher nach Trachten und Sitten nurschwachen Anhalt.
In einem anderen Bilde des Künstlers, der übrigensauch ein vortrefflicher Genremaler ist, sehen wir Otto vonWitteisbach die Veroneser Klausen erstürmen. Wenn indem erstgenannten Bilde die verständliche Wahrscheinlich-keit der Darstellung zu loben ist, so ist sie nicht in diesem,des Künstlers Streben, die Heldenhaftigkeit des Kampfeszu verherrlichen, hat ihn über das Maass hinausgeführt: soschlagen sich wohl keine Menschen, so kann die Begeben-heit wohl nicht gewesen sein.
„Perikles und seine Zeit" ist der Gegenstand einesvortrefflichen Cartons zu einem grossen Gemälde für dasMaximilianeum in München von Philipp Foltz.
Eine klare Composition, sehr schöne Gruppirung undLinienführung, vortreffliche Zeichnung, überhaupt ein Adelder Form, Kraft und Anmuth zugleich, machen das Werkzu einem sehr erfreulichen. Man kann sich ganz und ohneRückhalt, ohne alles Wenn und Aber daran erfreuen. DerMeister ist ein überaus vielseitiger, und überall erfasst er,was er darstellt, mit ausserordentlichem Schönheitssinn;vorher sah ich ihn als Darsteller ernster mittelalterlicher
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