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„Die Loreley" von Karl Sohn stellt uns ein schönesWeib vor in einem der Antike sich nähernden halbdurch-sichtigen Gewände und Mantel, eine Leier im Arm und ineigenthümlicher Stellung von hohem Felsen hinab in dunkleTiefe lauschend, eine nixenhafte Gestalt. Höchst frei undmeisterhaft behandelt und nicht ohne eine gewisse Gross-artigkeit, entbehrt das Bild jedoch einer frischen Farbe,und die Zeichnung hat einen etwas unbestimmten, schwül-stigen Charakter; das Bild repräsentirt seinen Meister nursehr unvollkommen.
„Die Elfen" von E. Steinbrück sind eine der verschie-denen Darstellungen, welche dieser Maler dem Gegenstandeabgewonnen hat; eine anmuthige Gruppe kindlicher Figür-chen. Ich erinnere mich jedoch, denselben Gegenstand vondemselben Maler, ich möchte fast sagen: in einer anderenAusg'abe, noch anmuthiger und hübscher gesehen zu haben'.Alfred Rethel's „Justitia" ist ein kleines, aber sehr bedeuten-des Bild, eines der ersten Werke des begabten Künstlers.Ein Raubmörder hat auf öder Haide einen Menschen er-schlagen und beraubt und flieht in Eile; über seinem Haupteaber schwebt die rächende Gerechtigkeit, eine geflügelteGestalt mit Stundenglas und Schwert. Es ist eine Alle-gorie, aber von wunderbarem Ernst und gewaltiger Gross-artigkeit. Die Anordnung des Bildes ist höchst ein-fach, die Zeichnung- sehr edel, und die Farbe und Ma-lerei , die zwar ganz den Styl der Schule, aus welcherdas Bild entsprungen ist, zeigt (es ist in Düsseldorf 1837gemalt), lässt doch zugleich den originellen Künstler er-kennen.
„Das Hochzeitsmahl" von Wichmann in Dresden isteine hochromantische Darstellung, die weder aus der Gegen-wart, noch aus irgend einer bestimmten Vergangenheit ent-nommen ist. Es scheint, der Künstler habe sich an Vero-nese's Refectorien-Bildern inspirirt, und aus Reminiscenzenaus diesen und gut deutscher Sentimentalität sei dieses Bildentstanden. Eine andere sehr romantische Darstellung ist