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Erscheinung kommen können; aber wir, die Beschauer,sollen dies ahnen und mit unserer Theilnahme vervoll-ständigen.
Was die Kritik sonst an diesem Werke getadelt hat,die Zwiespältigkeit der Gruppirung, der etwaige Mangelan Haltung, die etwas kleinliche und unruhige Umgebungder Figuren, das alles scheint mir sehr unwesentlich, wäreder Gegenstand überhaupt nur darstellbar. In der Malereiist mehr Virtuosität, wie in Bendemann's Bildern, beiweniger strenger Durchbildung des Einzelnen, die Persön-lichkeiten sind zwar auch portraitartig, aber mit einemHauch von idealistischer Steigerung in der Richtung aufdas lieblich Zarte und zugleich sinnlich Reizende, besondersin der Farbe.
„Rinaldo und Armida", ein früheres Werk des. Künst-lers, ist in der Ausführung viel unvollkommener, als dasvorgenannte; dagegen ist dem Gegenstande nach die Dar-stellung klarer und erschöpfender; was sich sichtbar äussertin Bezug auf die Handlung, kann der Maler auch sichtbardarstellen; heisses Liebesglück eines schönen jungen Paaresin seliger Umarmung ist immer ein dankbarer Gegenstandfür die Malerei, mögen die handelnden Personen sein, welchesie wollen; eine gewisse Mässigung in der Leidenschafterscheint aber, wie in allen älteren Düsseldorfer Bildern,auch hier.
In Köhler's „Hagar und Ismael", einem Bild aus spä-terer Zeit, tritt die Seelenbewegung mit mehr Energie zuTage: die schmerzbewegte Mutter mit dem verschmachten-den Kinde ist ergreifend dargestellt, ohne sonstige beson-dere Charakteristik des Vorganges oder der handelndenPersonen, die Malerei ist sehr meisterhaft, die Farbe klarernst, aber etwas matt.
Julius Hübner's Scene aus dem rasenden Roland unter-scheidet sich dadurch von den übrigen Werken jener Zeit,dass der Künstler sich frisch an die Darstellung einer